Vorschau

06.01. Hörabend
03.02. Words and Music – Beckett-Vertonungen, Referent: Ulrich Maske
02.03. Chris Jones: Erinnerung an die Zukunft: eine hauntologische Reise (mit Drähten)
06.04. Cooperativa Ensemble in der Forschung

Jour fixe im Februar

Words and Music – Beckett-Vertonungen
(Berio, Feldman, Fortner, Glass, Holliger, Kurtag, Mihalovici, Saunders)
Referent: Dr. Ulrich Maske

Die Bedeutung Samuel Becketts für zeitgenössische Komponisten, darunter einige der besten, ist weitgehend unbekannt. Deutlich wurde das bei der Komponistin Rebecca Saunders, Jahrgang 1967, die vor einem Jahr in einem Jour fixe von mir vorgestellt wurde. Sie bekennt: „Bei Beckett fühle ich mich am tiefsten verstanden“

Das gilt umgekehrt auch für den Einfluss der Musik auf den Dichter: Darauf deuten Titel von TV-Skripten Becketts wie „Geistertrio“, „Nacht und Träume“ und das Hörspiel „Words and Music“, aber auch die Anwendung spezieller musikalischer Formtechniken in seinen Texten, wie Sequenzierungen, Variationen, Varianten, Reprisen, genau fixierte Pausen etc.

Nachforschungen im Internet führen schnell zu dem vorläufigen Ergebnis von mindestens acht Komponisten mit 23 Werken, die als Vertonungen – im weitesten Sinne des Wortes – gelten können. Beckett dürfte damit der meist vertonte Dichter der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts sein, – gefolgt vermutlich von Ingeborg Bachmann.

In dem Jour fixe der Cooperativa Neue Musik am 3. Februar 2020, der von Dr. Ulrich Maske gestaltet wird, werden Beckett-Vertonungen vollständig oder in Auszügen vorgestellt, sofern sie auf Medien oder im Internet verfügbar sind. Darüber hinaus kann der Abend auch als eine von vielen denkbaren Tours d’horizon der Musik der letzten 60 Jahre genommen werden.

Eintritt wie immer frei, um eine Spende wird gebeten.

Montag, 3. Februar 2020, um 20.00 Uhr,
In der Capella hospitalis,
Bielefeld, Teutoburger Str. 50

Jour fixe Januar

Die Cooperativa Neue Musik lädt ein zu einem Hörabend.
Einzelne Musikstücke werden vorgestellt und besprochen. Montag, 6.1., 20 Uhr, Capella hospitalis
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Jour fixe Dezember 2019

Am 2. Conradiesischen Abend präsentiert Heidemarie Bhatti-Küppers Materialien und Musik aus dem Jürgen Conrady-Archiv zum Thema „The New York School: Morton Feldman, John Cage und der abstrakte Expressionismus“

Montag, 2.12.2019 20:00 Uhr
Capella hospitalis, Teutoburgerstr. 50

Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Referentin wird gebeten.

Weekly Tones – Konzert des Cooperativa Ensembles

Weekly Tones
Multitonales Echo zum aktuellen Zeitgeschehen
von Reinhold Westerheide

Montag, 28.10.19, 19 Uhr
Raum T0 260,
Universität Bielefeld

„Weekly Tones“ geht in Resonanz mit aktuellen Ereignissen aus dem Tagesgeschehen. Politik, Gesellschaft, Kultur, Sport – spontan vor dem Konzert ausgesuchte Themen finden ihren Niederschlag in der Aufführung. Nach einem Konzept von Reinhold Westerheide interpretieren die Mitglieder des Cooperativa Ensembles Ereignisse, die an dem Tag die Nachrichten bestimmen.

Ein reger Austausch mit dem Publikum nach dem Konzert ist erwünscht.

Eine Konzertreihe, die die Konzertsäle verlässt und in die Universität, das Gewerkschaftshaus, das Kulturzentrum geht.

Das Cooperativa Ensemble:
Edith Murasova – Stimme
Anke Züllich-Lisken – Monochord
Heidemarie Bhatti-Küppers – Text
Elena Kaßmann – Klavier
Djamilija Keberlinskaja-Wehmeyer – Klavier
Reinhold Westerheide – Gitarre
Stefan Kallmer – Klarinette
Willem Schulz – Cello
Angelika Höger – Kinetische Klangkunst
Peter Schwieger – Synthesizer, Electronics, Toys
Marcus Beuter – Laptop, Field Recordings

Der Eintritt ist frei.

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Jour fixe Oktober

Oona Kastner

Nach klassischem Piano-/Oboe-Studium entwickelte Oona Kastner ihren ganz eigenen Gesangs-Stil zwischen der Dekonstruktion von Songs, Performance, Spoken Word und freien Formen der Improvisation. In ihren Kompositionen wie Improvisationen widmet sie sich den unerforschten Grenzgängen zwischen Song und Soundscape, Drone und Pausenmusik, Noise, Dark Ambient, Minimal, Punk und Textvertonung.
Die entstehenden Wort-Klangverbindungen entwerfen in Gegenräumen, Soundlandschaften,fixierten Strukturen eigenwillige Hör-Spiel-Stücke.

Der ,Jour fix‘ des Oktobers ist zugleich eine Hör-Wiese-Installation in der Capella Hospitalis.
Besucher sind gebeten, eine Matte ( z.b.Yogamatte)
mitzubringen.

Montag, 7.10., 20 Uhr, Capella hospitalis

Porträtkonzert Ketan Bhatti

30 Jahre Cooperativa Neue Musik

Kunsthalle Bielefeld, 30.09.2019, 19 Uhr

Das Konzert bestreitet das Ensembles Adapter (Berlin) erweitert mit Mitgliedern des Ensembles Brandt Brauer Frick (Berlin), das die jüngst entstandenen Kom­positionen Ketan Bhattis unter dem Titel „Nodding Terms“ im letzten Jahr einge­spielt hat. Das Label COL LEGNO hat das Album im April 2018 veröffent­licht.

Ketan Bhatti ist als Grenzgänger zwischen den Musikstilen sowohl in populären Spielarten der elektronischen Musik wie im Jazz als auch in der experimentellen, zeitgenössischen Musik zuhause. Sein genuines Interesse gilt aber dem Zwischenbereich, in dem sich klangliche Ereignisse nicht mehr einem bestimmten Genre oder einem bestimmten Stil zuordnen lassen. In seinem neuen Projekt verbindet der Komponist, Schlagzeuger und Produzent auf einzigartige Weise die nüchterne Kühle durchkomponierter Kammermusik mit der spielerischen Leich­tigkeit aktueller Clubmusik.
»Nodding Terms« heißt das Album, das nun entstanden ist. Der englische Begriff bezeichnet eigentlich flüchtige Bekanntschaften und verweist damit einerseits auf die soziale Komponente der involvierten Kooperationspartner: neben Paul Frick und Jan Brauer von Brandt Brauer Frick, die jeweils ihre Produktions- und Remix­künste mit einfließen lassen, sind vor allem die MusikerInnen des Berliner Ensemble Adapter maßgeblich für die zwischen irisierend schimmerndem Ensembleklang und trockenen 4/4-Grooves changierende Umsetzung der Stücke zuständig. Frick und Brauer haben ein klassisches Instrumentalstudium absol­viert, beschäftigen sich in ihrer alltäglichen Arbeit aber primär mit den Struktu­ren und Wirkweisen von Pop und Clubmusik; Ensemble Adapter ist eines der führenden Ensembles zeitgenössischer Musik in Berlin.

Mit mehreren Musiktheaterproduktionen an verschiedenen Häusern in ganz Deutschland und interdisziplinären Projekten hat Ketan Bhatti in den letzten Jah­ren ästhetische Impulse gesetzt, die mit den vorliegenden Kompositionen fort­gesetzt werden. Das Innovationspotential seines künstlerischen Schaffens strahlt somit weit über den Berliner Raum hinaus und hat als Motor neuer Entwick­lungen erhebliche Bedeutung.

Biographie

Ketan Bhatti, geboren in New Delhi, aufgewachsen in Bielefeld, studierte Jazz-Drums an der Universität der Künste in Berlin, wo er seit 2002 lebt.
Von 2010 bis 2012 war Bhatti Stipendiat der Graduiertenschule für die Künste und die Wissen­schaften der UdK Berlin unter der Betreuung von Daniel Ott (Komposition) und Gunter Gebauer (Philosophie).
Als Schlagzeuger spielte Bhatti bei diversen Bands wie etwa bei Cyminology, die persische Lyrik in kammermusikalischen Jazz übersetzt, und dem Brandt Brauer Frick Ensemble, das Techno mit klassischen Instrumenten spielt.
2013 initiierten Ketan Bhatti und Cymin Samawatie das Kammerorchester Divan der Kontinente, das sich aus Instrumentalisten der Berliner Philharmoniker sowie Musikern aus Syrien, Japan, China, Israel, Sibirien, dem Libanon und der Türkei zusammensetzt, und u.a. auf dem Jazzfest Berlin 2015 gastierte.
Ketan Bhattis enge Zusammenarbeit mit dem Berliner-Isländischen Ensemble Adapter führte zu einer Reihe von Uraufführungen im Rahmen des Wien Modern Festivals 2015 zum Thema Groove und Neue Musik.
Als Komponist von Theatermusik arbeitet Ketan Bhatti seit 2003 mit seinem Bruder Vivan Bhatti regelmäßig für die Inszenierungen des Regisseurs Nuran David Calis u.a. am Deutschen Theater Berlin, Schauspiel Köln, Thalia Theater Hamburg oder für die Nibelungenfestspiele Worms.
Seit 2009 produzieren und komponieren die Bhatti-Brüder die Musik zu den Pro­duktionen der international tourenden Berliner Breakdance Gruppe Flying Steps. Die gemeinsame Produktion Flying Bach wurde mit dem Echo Klassik Sonderpreis 2010 ausgezeichnet. Die aktuelle Produktion „Flying pictures“ erlebte jüngst über 40 Aufführungen im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin. Die aus diesem Anlass entstandene Neukomposition der „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky ist im April 2019 bei Sony Classical erschienen.
Ketan und Vivan Bhattis Musiktheaterstücke basieren auf Kooperationen mit Autoren wie Feridun Zaimoglu oder Roland Schimmelpfennig, stellen Fragen zu Integration und Ausgrenzung und wurden z.B. an der Neuköllner Oper oder der Tischlerei der deutschen Oper Berlin aufgeführt.
Im Tanztheaterbereich arbeitete Ketan Bhatti mit den Choreografen Davide Camplani (Sascha Waltz & Guests) für ein inklusives Tanztheater mit Menschen mit Down-Syndrom und mit Kadir Amigo Memis für ein Stück über heutige Jugendkultur in sozialen Brennpunktmilieus zusammen.
Ihr Spielfilm-Musikdebüt gaben Ketan und Vivan Bhatti 2010 mit der Filmmusik zu Frühlingserwachen, gefolgt von der Woyzeck-Verfilmung 2013. Der Film „Glück ist was für Weicheier“ mit der Filmmusik von Vivan und Ketan Bhatti hatte im Oktober 2018 als Eröffnungsfilm der 52. Internationalen Hofer Filmtage Premiere.

Preise und Auszeichnungen
Ketan Bhatti blickt auf Stipendien und Auszeichnungen des Deutschen Musikrats, des Berliner Senats und des Goethe-Instituts zurück. Als Komponist eines mit Simon Stockhausen aufgeführten Konzerts für Jazz und Neue elektronische Musik wurde Bhatti 2008 mit dem Karl-Hofer-Preis ausgezeichnet. 2017 war er Stipen­diat der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. Das preisgekrönte Istanbuler Hezarfen Ensemble spielte Werke Ketan Bhattis, die er eigens für das Ensemble arrangierte. Die Aufführung dieser Kompositionen fand mit großem Erfolg im November 2017 in Istanbul statt.

Jour fixe Juli

Acuisha – Klanginstallation

Marcus Beuter ist im vergangenen Winter im Rahmen einer Künstlerresidenz in Bolivien im oberen Amazonsabecken gewesen. Aus seinen Aufnahmen entstand die 4-Kanal-Installation Acuisha.
Sie wird erstmalig am 12.7. zur Nacht der Klänge an der Universität Bielefeld zu hören sein.
Im Jour fixe stellt Marcus Beuter die Klanginstallation vor und berichtet von seinen Erfahrungen und Herausforderungen, um in den Regenwald zu gelangen.

Acuisha ist ein Wort aus dem Ese Ejja, einer indigenen Sprache im Amazonasbecken Boliviens. Es bedeutet der Dorn / der Stachel.

Montag, 1.7.19, 20 Uhr, Capella hospitalis
Eintritt frei, Spende erbeten

Jour fixe Juni

Instrumentale Komposition mit dem Computer

Nachdem der Computer zunächst vor allem die elektronische Komposition beeinflusste, wird dieser zunehmend auch im Bereich der Instrumentalkomposition zum wertvollen Hilfsmittel. In diesem Vortrag geht es sowohl um die technischen und ästhetischen Implikationen dieser neuen Methode, die ich an einigen meiner Stücke versuche zu erläutern. Dabei werden Themen wie Intuition, Selbstreflexion und Struktur, das Phänomenologische der zeitgenössischen Musik sowie Zufall und seine Wahrnehmung exemplarisch aufgegriffen.

Referent: Achim Bornhöft

Montag, 3.6.2019, 20 Uhr, Capella hospitalis
Eintritt frei, Spende für den Referenten erbeten