Karlheinz Stockhausen: „Stimmung“ (1968) für 6 Oberton-Vokalsolisten

Vokalensemble belcanto Frankfurt, Dietburg Spohr
„Stimmung“ kann charakterisiert werden als „ein behutsam changierendes Spiel von gleitenden Farben und wechselnden Obertonmischungen, eine Art Klangséance, in deren leises Wogen von den im Kreis sitzenden VokalistInnen hereingerufene Götternamen der unterschiedlichsten Religionen und eigene Texte Stockhausens Bewegung und Dynamik bringen“ (Ulrich Dibelius). Das 70-Minuten-Stück meditativer Musik wird vom Ensemble Frankfurt interpretiert, das im Laufe der 25jährigen Vereinsgeschichte bereits zwei Mal (1992 und 2008) für die Cooperativa Neue Musik konzertiert hat.
Sonntag, 15. Juni, 17 Uhr, Ev.-Reformierte Süsterkirche, Güsenstr. 16-18

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Jour fixe Juni 2014

Simon Stockhausen: Grenzenlos – ein Status Quo der elektronischen Klangerzeugung
Workshop, Vortrag, Improvisationskonzert mit Simon Stockhausen

Noch im analogen Zeitalter geboren, und im Alter von neun Jahren mit seinem ersten Hardware-Synthesizer verheiratet, hat Simon Stockhausen, der jüngste Sohn Karlheinz Stockhausens, die rasante Transformation ins digitale Zeitalter hautnah miterlebt und fühlt sich heute als Komponist und Musikelektroniker mit jeder Innovation im Bereich der Musikelektronik ein Stückchen freier und näher dran, seine klanglichen Fantasien in hörbare Klänge zu verwandeln.

Anhand einiger Live-Improvisationen, bei denen er in Echtzeit akustische Klänge mit den heutigen Möglichkeiten der elektronischen Klangerzeugung- und verfremdung transformiert und anhand der Demonstration vorproduzierter Klänge aus den zahlreichen Klangbibliotheken, die er in den letzten Jahren produziert hat sowie diverser Klangbeispiele aus seinen orchestralen Kompositionen der jüngeren Zeit, wird er dem Publikum vermitteln, warum er die heutigen Möglichkeiten der elektronischen Musik als grenzenlos und ungebrochen faszinierend empfindet. Die Zuhörer werden auch einen kleinen Einblick in verschiedene Syntheseformen bekommen, die ihn zur Zeit besonders interessieren, insbesondere die Granular-Synthese und die spektrale Resynthese.

Ein Dialog mit dem Publikum ist bei dieser Veranstaltung durchaus erwünscht.
Montag, 2. Juni, 20 Uhr, Capella hospitalis

„Klänge von jenseits… Kammermusik von Giacinto Scelsi“

In Scelsi sehen viele inzwischen einen ‚Jahrhundertkomponisten‘, der aber immer noch viel zu wenig bekannt ist. Seine Musik hat einen eminent geistlichen Charakter, denn er war (als Buddhist) von den Trans-zendenz- und Jenseitsvorstellungen aller Religionen fasziniert und sagte von sich selbst, er lebe, auch als Musiker, nur für die Transzendenz. Programm: Hyxos (1955) für Alt-Querflöte und Percussion, Incantesimi/Zaubersprüche (1954) für Klavier, Ko-Tha – Tanz des Gottes Shiva (1967) für Guitarre als Percussionsintrument, Ho (1960) Cinq mélodies pour Soprano solo, Streichtrio (1958) für Violine, Viola und Violoncello. Ausführende: Gerlinde Dewald (Alt-Querflöte), Claudia Kohl (Klavier), Edith Murasova (Mezzosopran), Trio-Quartetto d’Archi Bielefeld, Reinhold Westerheide (Percussion und Guitarre als Percussions-instrument), Ulrich Maske (Moderation).
Sonntag, 18. Mai, 18 Uhr, Haus Wellensiek (ehem. Christuskirche), Wellensiek 108A

25 JAHRE COOPERATIVA NEUE MUSIK e.V.

Am 23. und 25. November 1989 begann der nunmehr ein Vierteljahrhundert existierende Verein seine für Bielefeld und Umgebung fruchtbare Tätigkeit mit zwei Konzerten zum Thema „Neue Musik in Italien“. Aus Anlass dieses Jubiläums hat die Cooperativa Neue Musik zwei Konzerte und einen Vortrag organisiert. Das 1. Konzert ist einem der „großen alten Männer“ der Neuen Musik, Giacinto Scelsi (1905-88), gewidmet; das 2. Konzert bringt eine abendfüllende Komposition des weltweit wohl bekanntesten Komponisten des 20. Jahrhunderts zur Aufführung, Karlheinz Stockhausens „Stimmung“ für 6 VokalsolistInnen aus dem Jahr 1968; den Festvortrag wird Simon Stockhausen, Sohn von Karlheinz Stockhausen, zum Thema „Grenzenlos – Elektronische Musik im 21. Jahrhundert“ mit vielen Klangbeispielen halten.

Jour fixe Mai 2014

Cristina Maldonado – Sayat Nova

Cristina Maldonado ist eine mexikanische Choreographin und Videokünstlerin. Im Jour fixe stellt sie ihre aktuelle Zusammenarbeit mit Laureline Koenig und Marcus Beuter sowie weitere Arbeiten von sich vor.
Sayat Nova ist eine Video-Performance, die Sergei Parajanovs Film The Color of Pomegranate neu interpretiert. Live wird der Film durch visuelle Collagen, Stimmimprovisation und Live-Elektronik verfremdet und bearbeitet.
Sayat Nova ist Teil der Reihe WHAT SHE DOES von Maldonado, in der sie Filme recycelt, um visuelle Collagen in Echtzeit zu erstellen.
Cristina Maldonado
Montag, 5. Mai, 20 Uhr, Capella hospitalis

Jour fixe April 2014

AG Klang

Ein postfuturistisches musiktheatrales Chorprojekt über Geräusche, Gemeinschaft und Arbeit von PARADEISER productions (Münster//Hamburg)

Der Komponist, Songwriter, Musiker, Produzent und Teil der Künstlerischen Leitung von PARADEISER productions Kai Niggemann stellt das Projekt “AG Klang” vor:

1914 spielte der Futurist Luigi Russolo sein erstes Konzert mit “Geräuschtönern” (Intonarumori), infernalischen Klangmaschinen, welche die Fabrik- und Maschinengeräusche seiner Zeit in den Bühnenraum holen sollten. 2014, 100 Jahre später hat sich die Sound-Kulisse der Arbeit deutlich verändert. Mit AG Klang wollen wir den akustisch-musikalischen Charakter von Arbeit in einem musiktheatralen Chorprojekt exemplarisch in den Vordergrund stellen.

Individuum und Chor, Menschen und Maschinen, Texte und Geräusche, Beatboxen und Field-Recordings – zwischen diesen Polen entsteht ein Abend, der an unserer Beschäftigung mit der Musik der Futuristen und aktueller Klangkunst anknüpft.

Ein gemischter Chor interpretiert die Geräusche der gegenwärtigen Arbeitswelt, findet eine Umsetzung von Field-Recordings (dokumentarische Soundaufnahmen) verschiedener Arbeitsplätze, die danach fragt, wie Arbeit heute klingt. Im Anschluss an das historische Vorbild der Futuristen durch Russolos Intonarumori, suchen wir im ganz analogen Copy-Paste-Verfahren nach der Klangwelt der heutigen Arbeit und ihrer Reproduzierbarkeit durch menschliche Stimmen.

Neben der klanglichen Dimension vertritt der Chor ein wesentliches Spannungsfeld unserer Zeit: den Spagat zwischen Individuum und Gemeinschaft, dem Einzelnen und seiner Position in der Gesellschaft und der Frage nach einer zeitgenössischen Definition von Arbeit.

Die Möglichkeit, einzelne Stimmen bzw. Geräusche zu isolieren, macht es möglich, auf akustischer Ebene Arbeitsfelder neu zu kombinieren, zu vermischen und so einen neuen Sound von Arbeit herzustellen, der auf zukünftige Definitionen des Arbeitsbegriffes hinweist.

Kai Niggemann zeigt die Entstehung des Stücks, beschreibt die Ideenfindung und die Herangehensweise und den Umgang mit dem Stoff von PARADEISER productions für die kommende Produktion “AG Klang”

Als Komponist, Songwriter, Musiker und Produzent produziert er experimentelle elektronisch-akustische Musik für Projekte und Soundtracks, für Film, Theater und Tanz. Er ist Mitgründer des Theaterproduktionslabels PARADEISER productions sowie des Internet-Computermusik-Ensembles European Bridges Ensemble (EBE). Er spielt regelmäßig Live-Konzerte (solo oder mit verschiedenen Partnern, u.a. auch mit dem Sound-Kollektiv “The Dorf”) und betreibt das Musik-Label WAF80music. Weiterhin produziert er für Kurzfilme Musik und Soundtracks.

CD-Veröffentlichungen (Auswahl): Trust (2011), menofgoodwill (2008), Catwalk (2006)

http://kainiggemann.com

http://www.paradeiserproductions.com

 Montag, 7.4., 20 Uhr, Capella hospitalis