Jour fixe Mai: Komponistinnen der Gegenwart II – Rebecca Saunders

II. Rebecca Saunders (*1967). Referat: Ulrich Maske

Die aus London stammende Rebecca Saunders (*1967) lebt seit 25 Jahren in Berlin. Nach dem Kompositionsstudium bei Nigel Osborne in Edinburg und Wolfgang Rihm in Karlsruhe ist sie seit Mitte der 90er Jahre frei schaffende Komponistin und seit 2011 Professorin für Komposition an der Musikhochschule in Hannover. Sie ist Mitglied der Berliner und der Sächsischen (in Dresden) Akademie der Künste und wurde Anfang dieses Jahres mit dem Ernst von Siemens-Musikpreis, quasi dem Musik-Nobelpreis, ausgezeichnet, der mit 250.000 EUR dotiert ist.

Die 51jährige Rebecca Saunders ist inzwischen bei Kennern der Neuen Musik eine hoch geschätzte Komponistin, – die Menge an Aufrufen ihrer Musik bei Youtube kann dafür als Gradmesser dienen. Hochspannung und Dramatik kennzeichnet diese Musik, paradoxer Weise häufig ausgelöst durch Phasen der Stille im Klanggeschehen, welche das dann Folgende als um so heftigere Ausbrüche erscheinen lassen. Der Gegenpol sind ruhige, fast schon melancholische Abschnitte, mit denen einige ihrer Stücke dann auch zu Ende gehen. Obwohl absolute Musik, scheint diese dennoch zum Musikdramatischen zu tendieren. Vielleicht/hoffentlich kann die Musikwelt von ihr die Oper des abstrakten Exressionismus erwarten – als solchen lässt sich ihre Musik m.E. charakterisieren. Der Jour fixe wird anhand von Klangbeispielen dieser in jeder Hinsicht vielseitigen, komplexen, aber eben auch von gegensätzlichen Emotionen gezeichneten Musik und ihrer Schöpferin nachspüren.

Montag, 6. Mai, 20 Uhr, Capella hospitalis
Eintritt frei, Spenden erwünscht