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Klanginstallation

Das Trio Geplante Obsoleszenz inszeniert in den Schauräumen am Kesselbrink eine ortsspezifische Klanginstallation. Sie setzt die Struktur der Räume, deren jetzigen Leerstand und die Nähe zu einem zentralen Platz der Stadt miteinander in Bezug. Aus dem Un-Ort, der Menschen vielfältig anzieht und abstößt, den Menschen im Sinn und im Gegensinn der Stadtplanung nutzen, wird ein Dritter Ort – ein Dazwischen Platz, Freiraum. Angelika Höger, Peter Schwieger und Marcus Beuter suchen Interaktionen, entwickeln Interventionen und schaffen so vielfältige Reflexionen.

Zwischen Konzert, Installation und Performance inszeniert das Trio Geplante Obsoleszenz Raum und Architektur, Idee und Historie von Orten, die im Alltag nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind.


05.-24.7
Samstags geöffnet von 11-16 Uhr, weitere Termine nach Absprache
Performance Abbau 24.7. 16 Uhr
www.geplante-obsoleszenz.eu
Eine Veranstaltung der Cooperativa Neue Musik e.V.
Gefördert durch das Kulturamt Bielefeld

Botschaften anderer Welten

Botschaften anderer Welten: Die schwedische Malerin Hilma af Klint (1864-1944) und der italienische Komponist Giacinto Scelsi (1905-1988)

in memoriam Jürgen Conrady –

Ein Jour fixe der Cooperativa Neue Musik am 5. Juli 2021, um 20.00 Uhr

in der Cappella hospitalis, Teutoburger Str. 52, in Bielefeld

Referent: Dr. Ulrich Maske

An diesem Abend soll es um zwei Künstler, eine Malerin und einen Komponisten, gehen, die beide gleichermaßen die Verbindung mit einer jenseitigen Welt als Quelle ihrer Inspiration und Kreativität nannten.

Da ist einmal die erst 70 Jahre nach ihrem Tod bekannt gewordene schwedische Malerin Hilma af Klint (1862-1944). Ausgelöst wurde ihre inzwischen weltweite Entdeckung durch die erste Einzelausstellung ihrer Werke überhaupt, 2013 im Guggenheim-Museum in New York, mit der höchsten dort je bei der Erstpräsentation einer KünstlerIn erreichten Besucherzahl von 600.000. Schon Jahre vor Kandinsky, Delaunay, Malewitsch, Albers, Twombley, dem automatischen Malen der Surrealisten u.a. hat sie abstrakt gemalt und manche von deren Stilelementen vorweggenommen. Doch wie ist sie von einer konventionellen Landschafts- und Porträtmalerin quasi über Nacht zu diesen „abstrakten“ Bildern gekommen? Eine entscheidende Rolle haben dabei sicherlich ihre lebenslangen Séancen mit Kontakten zu BotschafterInnen einer jenseitigen Welt gespielt, ihr Interesse an Theosophie und Anthroposophie sowie ihre starke Anteilnahme an den Fortschritten der damals zeitgenössischen Naturwissenschaften.

Dann handelt es sich um einen der wichtigsten Neuerer der Musik der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, den italienischen Komponisten Giacinto Scelsi (1905-87). Die Parallelen sind unübersehbar: Auch der wurde erst nach seinem Tode entdeckt, – wenn auch nicht, wie Hilma af Klint, fast 100 Jahre nach ihrer Hauptschaffenszeit, sondern knapp 30 Jahre nach Beginn seiner originalen Kompositionsweise – und ist ebenfalls erst nach jahrelangen Versuchen in konventioneller Musik Ende der 50er Jahre durch Begegnung mit fernöstlichen Meditations- und Transzendenzerfahrungen zu einer ganz eigenen neuen Musik gekommen: Er komponierte seitdem nur nachts, improvisierte in einer durch Meditations- und Yogatechniken erreichten Trance, nahm dabei seine Musik mit Tonband auf, ließ sie von einem angeheuerten Komponisten gemäß seinen Anweisungen und Korrekturen in Notenschrift umsetzen und dann in der berühmten „Schublade“ verschwinden, – mangels Nachfrage. „Ich lebe nur für die Transzendenz“ hat er einmal gesagt und gemeint, während seiner Improvisationen in Trance strömten kosmische Wellen und Rhythmen durch ihn hindurch, denen er nachspüre, sie künstlerisch konkretisiere und damit seinen Auftrag in dieser Welt erfülle.

Es wird nun darum gehen, die gemeinsame Quelle von Inspiration und künstlerischer Innovation dieser beiden singulären Vertreter ihrer Kunstsparten anhand von Quellen herauszuarbeiten, und an möglichst vielen multimedial kombinierten Beispielen aufzuzeigen.

Der Eintritt ist wie immer frei, es wird aber um eine Spende gebeten.