Jour fixe Oktober

​selbstverständlich – mit leerstellen

selbstverständlich – mit leerstellen ist eine Klanginstallation von Marcus Beuter für den öffentlichen Raum.

Jüdisches Leben ist in Deutschland seit über 1700 Jahren selbstverständlich. Es gehört zum hiesigen Kulturkreis dazu und bereichert damit die Vielschichtigkeit der Gesellschaft.

Es ist aber auch ebenso Teil der Geschichte, dass jüdisches Leben immer wieder unterdrückt wurde, dass es Gewalt gegen jüdische Gemeinden und Mitbürger gab bis hin zu dem Versuch das jüdische Leben in ganz Europa zu vernichten. Der Holocaust hat Leerstellen hinterlassen. Leerstellen, die weit über den unfassbaren Verlust jedes einzelnen Menschen hinausgehen. Leerstellen in unserer Kultur, in unserer Gesellschaft.

Die Komposition selbstverständlich – mit leerstellen basiert auf Interviews mit Mitgliedern und dem Kantor der jüdischen Gemeinde Bielefeld, sowie der Rabbinerin der jüdischen Gemeinden Unna, Köln und Oberhausen.

Zusätzlich enthält sie liturgische Gesänge und Aufnahmen des Shofar. Und letztlich noch Störgeräusche, die alle auf Aufnahmen in der Synagoge Bielefeld basieren.

Die Klanginstallation besteht in zwei Versionen. Für Innenräume wurde eine 4-Kanal-Komposition erschaffen. Das Publikum wird von den Klängen umfangen und die räumliche Verortung schafft eine stärkere Verbindung zu dem Raum, in dem die Installation zu hören ist.

Für die Außeninstallation entstand eine Stereoversion mit Pausen, so dass sie mehr wie eine Intervention wirkt.

Das Projekt wurde zum jüdischen Festjahr 2021 umgesetzt. Es entstand in enger Kooperation mit den Jüdischen Kultusgemeinden Bielefeld und Unna.

Die 4-Kanal-Installation war im Mai in der Synagoge Bielefeld und im August in der Synagoge Unna zu hören.

Im Juni war die Außeninstallation am Jahnplatz in Bielefeld gerichtet auf das ehemalige jüdische Textilkaufhaus zu hören und im September vor dem St. Bonifatius Heim, dem ehemaligen jüdischen Altenheim für Westfalen.

Ebenfalls im September wurde die Installation in der Petrikirche Versmold realisiert.

Im Jour fixe der Cooperativa Neue Musik wird die Klanginstallation vorgestellt und die Erfahrungen der Realisation werden erläutert.

Mit Marcus Beuter

Montag, 4.10., 20 Uhr, Capella hospitalis, Teutoburger Str. 50