Vorschau

06.05. Jour fixe: Rebecca Saunders von Ulrich Maske
03.06. Jour fixe: Achim Bornhöft
01.07. Jour fixe: Acuisha, Klanginstallation von Marcus Beuter
02.09. Jour fixe
30.09. Konzert: Porträtkonzert Ketan Bhatti Kunsthalle
07.10. Jour fixe
04.11. Jour fixe
02.12. Jour fixe

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Jour fixe Mai: Komponistinnen der Gegenwart II – Rebecca Saunders

II. Rebecca Saunders (*1967). Referat: Ulrich Maske

Die aus London stammende Rebecca Saunders (*1967) lebt seit 25 Jahren in Berlin. Nach dem Kompositionsstudium bei Nigel Osborne in Edinburg und Wolfgang Rihm in Karlsruhe ist sie seit Mitte der 90er Jahre frei schaffende Komponistin und seit 2011 Professorin für Komposition an der Musikhochschule in Hannover. Sie ist Mitglied der Berliner und der Sächsischen (in Dresden) Akademie der Künste und wurde Anfang dieses Jahres mit dem Ernst von Siemens-Musikpreis, quasi dem Musik-Nobelpreis, ausgezeichnet, der mit 250.000 EUR dotiert ist.

Die 51jährige Rebecca Saunders ist inzwischen bei Kennern der Neuen Musik eine hoch geschätzte Komponistin, – die Menge an Aufrufen ihrer Musik bei Youtube kann dafür als Gradmesser dienen. Hochspannung und Dramatik kennzeichnet diese Musik, paradoxer Weise häufig ausgelöst durch Phasen der Stille im Klanggeschehen, welche das dann Folgende als um so heftigere Ausbrüche erscheinen lassen. Der Gegenpol sind ruhige, fast schon melancholische Abschnitte, mit denen einige ihrer Stücke dann auch zu Ende gehen. Obwohl absolute Musik, scheint diese dennoch zum Musikdramatischen zu tendieren. Vielleicht/hoffentlich kann die Musikwelt von ihr die Oper des abstrakten Exressionismus erwarten – als solchen lässt sich ihre Musik m.E. charakterisieren. Der Jour fixe wird anhand von Klangbeispielen dieser in jeder Hinsicht vielseitigen, komplexen, aber eben auch von gegensätzlichen Emotionen gezeichneten Musik und ihrer Schöpferin nachspüren.

Montag, 6. Mai, 20 Uhr, Capella hospitalis
Eintritt frei, Spenden erwünscht

Jour fixe April: Komponistinnen der Gegenwart I – Isabel Mundry

Im Rahmen der Jours fixes beginnen wir eine spezielle Reihe:
Komponistinnen der Gegenwart – Leben und Werk. Unten sind die beiden ersten Termine angezeigt. Weitere sind geplant. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 20 Uhr in der Capella hospitalis, Teutoburger Str. 50. Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

I. Isabel Mundry (*1963). Referat: Edith Murasova
Isabel Mundry (*1963) ist eine der interessantesten Komponistinnen der Gegenwart. Sie studierte Komposition bei Frank Michael Beyer und Gösta Neuwirth an der Hochschule der Künste Berlin und bei Hans Zender an der Hochschule für Musik Frankfurt am Main. 1994 belegte sie einen Kurs für Musikinformatik am IRCAM in Paris.
Von 1986 bis 1993 unterrichtete Mundry Musiktheorie und Analyse an der Berliner Kirchenmusikschule und an der Hochschule der Künste Berlin. 1996 übernahm sie eine Professur für Komposition und Musiktheorie an der Musikhochschule Frankfurt. Seit 2004 ist sie Professorin für Komposition an der Zürcher Hochschule der Künste. Zusätzlich übernahm sie zum Studienjahr 2011/12 eine halbe Kompositionsprofessur an der Hochschule für Musik und Theater München. Mundrys Werke zeichnen sich durch eine individualisierte und differenzierte, in sich variantenreiche und nuancierte Musiksprache aus: „Wiederholt wird in Mundrys Kompositionen so gut wie nichts; dasselbe gerät immer anders.“ International bedeutende Orchester und Ensembles haben Mundrys Werke aufgeführt. Ihr Musiktheater Ein Atemzug – Odyssee wurde an der Deutschen Oper Berlin im September 2005 uraufgeführt. Diese Produktion wählte die Kritikerjury der Fachzeitschrift Opernwelt zur „Uraufführung des Jahres 2006“. (Wikipedia)
Mundry komponiert unter anderem unter dem Eindruck der Prozesszeit Debussys, der Polyphonie Dufays und dem offenen Zeitbegriff Cages. In ihren Arbeiten verbinden sich komplexe Polyphonie, asynchrone Zeitverläufe und computergestützte Progressionsreihen zu einem poetischen Leuchten musikalischer Verläufe. Bestandteil des Vortrags sind u. a. Ausschnitte aus der CD „Isabel Mundry -Le Silence-Tystnaden“, eingespielt vom Klangforum Wien, sowie Teile aus der Auftragskomposition „Endless sediments “ (Uraufführung 2018, WDR Sinfonieorchester Köln).

1. April, Capella hospitalis, Teutoburgerstr. 50 um 20.00 h

Stationen IV | „STIMMEN aus NRW“

Während STATIONEN I in 2012 „fünf Kompositionen auf Tour“ durch sechs NRW-Städte schickte und STATIONEN II in 2014 zehn InterpretInnen der Region in den Mittelpunkt rückte, stand STATIONEN III 2017 im Zeichen einer großen, 20-köpfigen Ensemble-Besetzung.
Die Konzertreihe STATIONEN IV in 2019 setzt den Schwerpunkt auf ein experimentelles Zusammenspiel von unterschiedlichsten Stilrichtungen der menschlichen Stimme. Dabei wurde von den Gesellschaften für Neue Musik aus NRW zu denen die Bielefelder Cooperativa Neue Musik gehört ein acht-köpfiges Vokal-Ensemble aufgestellt. Unter der künstlerischen Leitung von Julia Mihály treten Gesangsstile wie Beatboxing, Operngesang, Jazzgesang, experimentelle Stimmkunst, neuer klassischer Gesang, Obertongesang und Sprachkunst in Beziehung. Es wird improvisiert, Raum und Performance werden inszeniert und 10 völlig verschiedene Kompositionen kommen zur Aufführung.
Die Sängerin Julia Mihály arbeitet als vielseitige Musikerin virtuos im Niemandsland zwischen Hoch- und Alltagskultur und ist somit bestens für die Leitung qualifiziert. Ein neues Werk der jungen Komponistin Elnaz Seyedi kommt zur Uraufführung, das dem Ensemble wie auf den Leib geschrieben wurde und damit die eigentümlichen Qualitäten der verschiedenen Stimmfächer auslotet und in Szene setzt. Weitere Werke sind u.a. von Georges Aperghis, Erhard Karkoschka, Mauricio Kagel und Giacinto Scelsi. Uraufgeführt wird zudem die Komposition „fliegend“ für 3 Sopranstimmen des Bielefelder Komponisten Willem Schulz.
Die beteiligten GesangssolistInnen sind: Heide Bertram, Manon Blanc-Delsalle, Sara Decker, Stefan Gwiasda, Martin Lindsay, Milena Schuster, Bettina Wenzel und Martin Wistinghausen.
Zur Tradition der STATIONEN-Reihe gehört auch die Verknüpfung mit einem groß angelegten Schulprojekt, dessen Leitung in den Händen von Lesley Olson und Johanna Daske liegt. In Zusammenarbeit mit den KomponistInnen und InterpretInnen wurde für STATIONEN IV ein umfangreiches und mit vielen Abbildungen und Notenbeispielen sinnlich aufbereitetes Unterrichtsmaterial erstellt. In den sieben Städten der Tournee besuchen die am Projekt beteiligten SängerInnen Schulklassen, um gezielt das Interesse an dem STATIONEN-Konzert und damit für Neue Musik zu wecken und zu fördern. In Bielefeld ist die Luisenschule und das Ehrenberg-Gymnasium beteiligt.

Gestartet wird in der Bielefelder Rudolf-Oetker-Halle am Freitag, dem 29.03. um 20 Uhr. Weiter geht es am Samstag, dem 30.03. um 19.30 Uhr im Hangar 21 in Detmold und am 31.03. um 18 Uhr in der Musikhochschule Münster.
Unterstützt von Kulturamt Bielefeld, Detmolder Stadthallen GmbH, Kulturamt der Stadt Münster, Kulturbüro der Stadt Essen, Kulturamt der Stadt Köln und Kulturbetriebe Aachen
Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Jour fixe März

Montag, 4.3., 20 Uhr, Capella hospitalis

Einführung

in das Konzert Stationen IV STIMMEN AUS NRW

Beatboxing-Workshop und Konzerteinführung

Der Abend beginnt mit einem Workshop des Beatboxers Stefan Gwiasda. Wie kann ausschließlich mit den Möglichkeiten der Stimme ein Schlagzeug mit seinen diversen Facetten realisiert werden? Gwiasda ist Experte und vermittelt den Besuchern erste praktische Versuche dazu. Mit Spaß und Freude. Stefan Gwiasda ist auch einer der 8 Künstler des acht-köpfigen Vokal-Ensembles, das die Cooperativa Neue Musik Bielefeld mit sieben anderen Gesellschaften für Neue Musik aus NRW in ihrer vierten Ausgabe der Konzertreihe STATIONEN zusammengestellt haben.

Neben dem Workshop gibt es eine Einführung durch Willem Schulz in das Konzertprogramm, das am 29.3. um 20 Uhr in der Rudolf-Oetker-Halle und danach in 6 weiterren Städten aufgeführt wird.
Dabei treten die unterschiedlichsten Gesangsstile in Beziehung: vom Beatboxing bis zum Operngesang über neue Musik, Performance, Jazzgesang und Improvisation. Unter der künstlerischen Leitung von Julia Mihály stehen komponierte Werke, Konzepte und Improvisationen auf dem Programm, darunter Neuschöpfungen aus dem Ensemble und von befreundeten Komponisten. Außerdem kommt ein Auftragswerk von Elnaz Seyedi zur Uraufführung, das den Mitwirkenden wie auf den Leib geschrieben wurde und damit die eigentümlichen Qualitäten der verschiedenen Stimmfächer auslotet und in Szene setzt.

Eintritt frei, Spenden erbeten

„Ich habe großen Hunger nach dem Licht – Für Gerd Lisken“

Bunker Ulmenwall, Bielefeld
02.03.2019 19 – 01 Uhr

Eine Lange Nacht im Gedenken an Gerd Lisken (1928 – 2018).

Dem seit 1960 in Bielefeld lebenden und wirkenden Musikprofessor, Pianist, Komponist, Improvisator und leidenschaftlichen Besucher und Förderer künstlerischer Veranstaltungen aller Art wird in dieser Langen Nacht mit über 30 Beiträgen auf unterschiedlichste Weise gedacht.

Musik diverser Genres zwischen Klassik, Jazz und Neuer Musik wird in Form von Kompositionen, Konzepten und freien Improvisationen zu hören sein. Gerade Letzteres hatte Gerd Lisken sehr geliebt und in unzähligen Besetzungen und interdisziplinären Projekten praktiziert: sich der Intuition des Moments hinzugeben und diesen als gemeinsame Partitur zu gestalten. Partnerinnen und Partner aus diversen seiner Ensembles musizieren an diesem Abend im Geiste mit ihm.

Daneben werden Textbeiträge eingebracht: Erinnerungen, Anekdoten, Gedichte, Performances. Gerd Lisken war immer auch ein Freund der Poesie. Viele seiner Lied- und Chorkompositionen verarbeiten Texte von Rose Ausländer, Friederike Mayröcker, Hilde Domin oder Jacques Prévert. Auch eigene Texte entsprangen seiner Feder. Zu vielen Anlässen schrieb er zudem Kanons, die oft eine humorvolle Note besaßen. Einer dieser Kanons wird auch an diesem Abend erklingen. Mit dem gesamten Publikum.

Weiterhin gibt es Tanz: Christine Grunert wird einen stillen Tanz kreieren, animiert durch das Klavierspiel von Gerd Lisken, das ihr im Moment der Aufführung innerlich in den Sinn kommt. Und Florian Lisken wird eine Szene aus „Novecento, dem Ozeanpianisten“ spielen, das er mit seinem Vater viele Male performte.

Im Foyer wiederum werden den ganzen Abend Fotos und Videos gezeigt, in denen Gerd Lisken mitwirkte oder die für ihn in Memoriam produziert wurden.

Das Programm dieses Abends ist eine Hommage an eine großartige Persönlichkeit des Bielefelder Kulturlebens. Ganz nach dem Motto: lang und bunt – so wie Gerd Lisken es war.

Die über 50 Mitwirkenden:
Gunther Möllmann, Karl Godejohann, Gunda Züllich, Werner Schermeier, Karin Bott-Bodenhausen, Peter Bayreuther, Margarete Huber, Christian Beckers, Kalle Mews, Anke Züllich-Lisken, Thomas Schweitzer, Anne Beisse-Munemo, Daniel Brandl, Ensemble Freie Musik, Andreas Gummersbach, Reinhold Westerheide, Christine Grunert, Sebastian Lisken, Willem Schulz, Reinhard Gagel, Matthias Klause-Gauster, Stefan Schulz, Barbara Daiber, Joachim Raffel, Cooperativa Ensemble, Pia Raum, Susanne Schulz, Jho kaufmann, Florian Lisken, Stefan Kallmer, Marie-Pascale Gräbener, Oona Kastner, Markus Schwartze, Holger Sauer.

Jour fixe Februar

Als Nachklang zu der Veranstaltung 7 Stunden KLANG findet am Montag, dem 4.2. um 20 Uhr ein Jour Fixe in der Capella hospitalis in Bielefeld statt.
Sie sind eingeladen den Tag im Marta mit uns zu reflektieren.
Moderation: Angelika Höger

Brisante Träume – 7 Stunden KLANG

Sonntag, 3.2.2019, 11 – 18 Uhr
MARTa Herford

Im Rahmen der Ausstellung „Brisante Träume – Die Kunst der Weltausstellung“ komponiert das Cooperativa Ensemble Bielefeld in der Gehri-Architektur des Museums Marta Herford einen vielschichtigen Klangtag.
Mit seinen diversen Kompetenzen bietet das Ensemble ein Programm an, das sich mit verschiedenen Formaten der Musik auf das hochinteressante Ausstellungsprojekt zu Kunst und Architektur von fünf Weltausstellungen bezieht:

• Konzerte und Performances in verschiedenen Besetzungen vom Gesamtensemble bis zu dezentralen Soloauftritten
• Partizipative Aktionen und Workshops im Bereich instrumentaler und vokaler Komposition und Improvisation sowie Bau von elektronischen Klangobjekten,
• Musikwissenschaftliche Vorträge, z.B. zur Verbindung von Musik und Architektur bei Xenakis und Le Corbusier.

Die Ausstellung nimmt in 5 Räumen Bezug auf 5 Weltausstellungen und ihre Schwerpunkte. Das Ensemble bezieht in sein Gesamtkonzept die einzelnen Themenbereiche ebenso mit ein wie Vertreter der Neuen Musik, die dort tätig waren.

So konfrontiert sich beispielsweise das Gesamtensemble in dem Raum „Ingenieure des Lebens – Paris 1937“ in voller Länge mit dem über 15 m breiten Gemälde „Air, fer, eau“ von Robert Delaunay.

In „Demokratie und Zerstörung – New York 1939/40“ nimmt die elektroakustische Komposition „robert“ von Marcus Beuter Bezug auf das Motto „The World of Tomorrow – All Eyes to the Future“. Das Wahrzeichen der Ausstellung war der über 200 Meter hohe Trylon-Turm.
Beuter machte wenige Monate nach den Angriffen auf das World Trade Center ein Interview mit einem New Yorker, der kurz vor Einsturz der Türme mit einer U-Bahn unter ihnen herfuhr. Die erste Frage des Interviews lautete: „What is tomorrow“.
Der Bezug zwischen dem Zukunftsglauben der Weltausstellung Ende der 30er Jahre, in die dann der 2. Weltkrieg hinein brach zu einem erneut markanten Moment der Geschichte, dem 11. September, der in der Folge mindestens 2 Kriege auslöste und für viele eine Art Ende der unbeschwerten Zukunft bedeutete, spiegelt sich in der elektroakustischen Komposition wider.

Ianis Xenakis entwarf zusammen mit LeCorbusier das „Elektronische Gedicht für die Expo 1958 Brüssel. In dem Raum „Der mikroskopische Blick – Brüssel 1958“ hält der emeritierte Musikwissenschaftler Ulrich Maske einen Vortrag zu dem griechischen Mathematiker, Architekten und vor allem Komponisten.

Die Mezzosopranistin Edith Murasova und die Pianistin Elena Kassmann tragen Lieder von Edgar Vàrese vor.

Willem Schulz lässt sich im Raum „Aufbruch zu den Sinnen – Montreal 1967“ von Hugo Kükelhaus`Rotationsobjekte dazu animieren, Klänge mit dem Cello kreiselnd in die Luft zu schleudern.

Angelika Höger nimmt Bezug auf Arbeiten von Nikolaus Gansterer.
Seine großformatigen Zeichnungen, die als Rollbilder an der Wand
hängen, erinnern formal an Schulwandkarten. Die eher informell
anmutenden Zeichnungen benutzt Angelika Höger als Partitur. Sie
interpretiert die Bilder indem sie einzelne Elemente nachzeichnend in
Klang überträgt.
Auf Nikolaus Gansterers Kartenserie „Objects yet to become“ sind
kleine Skizzen zu sehen und kurze Texte mit Aufforderungen zu Aktionen
für kollektive und individuelle Ereignisse. Sie erinnern an
Fluxus-Partituren. Angelika Höger wird diese Karten als Ausgangspunkt
für partizipative Aktionen mit anwesenden Museumsbesuchern nehmen.

Ausgehend von der Kunst Hugo Kükelhaus‘ lädt Marcus Beuter zu einem Soundwalk ein. Er führt durch das Museum hinaus in die Umgebung. Kükelhaus sagte: „Nicht das Ohr hört, der Mensch hört“.
Länge: ca. 20 Minuten

Heidemarie Bhatti-Küppers nimmt Bezug auf das Thema „Träume von einer anderen Zukunft – Osaka 1970“, indem sie Hans-Magnus Enzensbergers Idee der Poesie-Automaten aufgreift.
Peter Schwieger bietet neben Robert Beers „Float“ einen Workshop für elektronische Klangerzeuger an.
Karl-Heinz Stockhausens „Aus den 7 Tagen“, die in Osaka über mehrere Monate immer wieder aufgeführt wurden, werden ausschnitthaft inszeniert.

Über die Arbeit mit den einzelnen Themen und Räumen hinaus nehmen die Mitglieder des Cooperativa Ensembles Bezug auf die Gehri-Architektur.
So wird Anke Züllich-Lisken ihr „Experiment für Sopran und Monochord“ durchführen:
3 bis 4 festgelegte Gegensatzpaare als Struktur einer experimentell ausgeführten Musik. Gespielt innerhalb der Ausstellung auf 3 Stationen, die noch ausgewählt werden müssen. Mit jedem Spiel etwas mehr eine Annäherung Richtung Komposition – bleibt dennoch bewusst eine experimentelle Musik.

Djamilija Keberlinskaja-Wehmeyer und Elena Kassmann geben ein Klavierkonzert:
1. Claude Debussy
-Six Épigraphes antiques (15 Min)
-Marche Ecossaise sur un theme populaire (6 Min)
2. Erik Satie
-Parade (11 Min)
-Trois Morceaux en forme de poire (14.43 Min)
3. Leo Smit
-Divertimento für Klavier zur vier Händen (14.03 Min)
Erwin Schulhoff
– Ironien für Klavier zur vier Händen (12.52 Min)
4.Boris Blacher
– Sieben Studien über variable Metren für Klavier (9.47 Min)
Ivan Spasov
-Sonate nr.1 (8.55)

Folgende Mitglieder des Cooperativa Ensembles sind an der Gesamtkomposition des Projektes „7 Stunden KLANG“ beteiligt:

• Edith Murasova – Mezzosopran, Vokale Animation
• Anke Züllich-Lisken – Sopran, Monochord
• Willem Schulz – Cello, Komposition und Improvisation
• Heidemarie Bhatti-Küppers – Sprache, Text
• Djamilija Keberlinskaja-Wehmeyer – Klavier
• Angelika Höger – kinetische Klangkunst
• Peter Schwieger – experimentelle Elektronik
• Marcus Beuter – fragmentrecordings, Elektronik
• Ulrich Maske – Musikwissenschaft

Jour fixe Januar

Crossover zwischen alter und neuer Musik
Mirjana Petercol

Hildegard von Bingen, eine unvergängliche Inspirationsquelle…

Mirjana Petercol, examinierte Akkordeon Konzertsolistin, Kirchenmusikerin und diplomierte Musikpädagogin, widmet sich seit Ihrem Studium des Mittelalters, intensiv dem Schaffenswerk Hildegards von Bingen.

So hat Sie Hildegards Singspiel „Ordo Virtutum“ analysiert und teilweise für das Portativ transkribiert. Gleichzeitig schuf Mirjana Petercol – die seit 2017 von Prof. Claus Kuhnel ( MUHO & Konservatorium Frankfurt) in Komposition unterrichtet wird, weitere Klaviersolostücke sowohl als Ergänzung wie auch als Kontrast zum Werk Hildegards.

Montag, 14.1.19, 20 Uhr, Capella hospitalis

Jour fixe November

In memoriam Jürgen Conrady
(Keine) Kunst nach Auschwitz!?

Kunst nach und über Auschwitz von
Paul Celan, Arnold Schönberg und Gerhard Richter
Referent: Ulrich Maske

„Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“- dieser Satz Theodor W. Adornos (aus dem Essay „Kulturkritik und Gesellschaft“ von 1951) erschütterte in den 1950er und 60er Jahren die ‚liberal-fortschrittliche‘ Kultur- und Künstlerszene in der BRD: Besonders Dichter und Schriftsteller reagierten heftig, wie etwa Paul Celan, Hans Magnus Enzensberger, Robert Gernhardt, Peter Härtling, Hans Werner Richter, Wolfdietrich Schnurre u.a. Bei allem berechtigten Streit um den Satz Adornos sind rückblickend doch – wie zu allen Zeiten – in sämtlichen Kunstgattungen bedeutende Werke geschaffen worden, sogar zum Thema Auschwitz selbst. Die wichtigsten sind: „Todesfuge“ (1944/47) von dem Dichter Paul Celan, „Ein Überlebender aus Warschau“ (1947) von dem Komponisten Arnold Schönberg und der vierteilige Bilderzyklus „Birkenau“ (2014) von dem Maler Gerhard Richter. Auch die Filme „Nacht und Nebel“ (1955) von Alain Resnais und Claude Lanzmanns über neunstündiger Film „Shoah“ (1985) sind hier zu nennen, wenn sie auch wegen ihrer Länge nur ausschnittweise herangezogen werden können bei diesem Jour fixe, – wenn überhaupt. Über die von Adorno augelöste Kontroverse soll berichtet, die genannten Kunstwerke verbal, akustisch und visuell vorgestellt werden. Der Abend ist dem Andenken Jürgen Conradys gewidmet, dem höchst kreativen Wanderer zwischen so vielen Welten!

5.November 2018, 20 Uhr in der Capella hospitalis