Jour fixe im Februar

Words and Music – Beckett-Vertonungen
(Berio, Feldman, Fortner, Glass, Holliger, Kurtag, Mihalovici, Saunders)
Referent: Dr. Ulrich Maske

Die Bedeutung Samuel Becketts für zeitgenössische Komponisten, darunter einige der besten, ist weitgehend unbekannt. Deutlich wurde das bei der Komponistin Rebecca Saunders, Jahrgang 1967, die vor einem Jahr in einem Jour fixe von mir vorgestellt wurde. Sie bekennt: „Bei Beckett fühle ich mich am tiefsten verstanden“

Das gilt umgekehrt auch für den Einfluss der Musik auf den Dichter: Darauf deuten Titel von TV-Skripten Becketts wie „Geistertrio“, „Nacht und Träume“ und das Hörspiel „Words and Music“, aber auch die Anwendung spezieller musikalischer Formtechniken in seinen Texten, wie Sequenzierungen, Variationen, Varianten, Reprisen, genau fixierte Pausen etc.

Nachforschungen im Internet führen schnell zu dem vorläufigen Ergebnis von mindestens acht Komponisten mit 23 Werken, die als Vertonungen – im weitesten Sinne des Wortes – gelten können. Beckett dürfte damit der meist vertonte Dichter der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts sein, – gefolgt vermutlich von Ingeborg Bachmann.

In dem Jour fixe der Cooperativa Neue Musik am 3. Februar 2020, der von Dr. Ulrich Maske gestaltet wird, werden Beckett-Vertonungen vollständig oder in Auszügen vorgestellt, sofern sie auf Medien oder im Internet verfügbar sind. Darüber hinaus kann der Abend auch als eine von vielen denkbaren Tours d’horizon der Musik der letzten 60 Jahre genommen werden.

Eintritt wie immer frei, um eine Spende wird gebeten.

Montag, 3. Februar 2020, um 20.00 Uhr,
In der Capella hospitalis,
Bielefeld, Teutoburger Str. 50

Jour fixe Januar

Die Cooperativa Neue Musik lädt ein zu einem Hörabend.
Einzelne Musikstücke werden vorgestellt und besprochen. Montag, 6.1., 20 Uhr, Capella hospitalis
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Jour fixe Dezember 2019

Am 2. Conradiesischen Abend präsentiert Heidemarie Bhatti-Küppers Materialien und Musik aus dem Jürgen Conrady-Archiv zum Thema „The New York School: Morton Feldman, John Cage und der abstrakte Expressionismus“

Montag, 2.12.2019 20:00 Uhr
Capella hospitalis, Teutoburgerstr. 50

Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Referentin wird gebeten.

Jour fixe Oktober

Oona Kastner

Nach klassischem Piano-/Oboe-Studium entwickelte Oona Kastner ihren ganz eigenen Gesangs-Stil zwischen der Dekonstruktion von Songs, Performance, Spoken Word und freien Formen der Improvisation. In ihren Kompositionen wie Improvisationen widmet sie sich den unerforschten Grenzgängen zwischen Song und Soundscape, Drone und Pausenmusik, Noise, Dark Ambient, Minimal, Punk und Textvertonung.
Die entstehenden Wort-Klangverbindungen entwerfen in Gegenräumen, Soundlandschaften,fixierten Strukturen eigenwillige Hör-Spiel-Stücke.

Der ,Jour fix‘ des Oktobers ist zugleich eine Hör-Wiese-Installation in der Capella Hospitalis.
Besucher sind gebeten, eine Matte ( z.b.Yogamatte)
mitzubringen.

Montag, 7.10., 20 Uhr, Capella hospitalis

Jour fixe Juni

Instrumentale Komposition mit dem Computer

Nachdem der Computer zunächst vor allem die elektronische Komposition beeinflusste, wird dieser zunehmend auch im Bereich der Instrumentalkomposition zum wertvollen Hilfsmittel. In diesem Vortrag geht es sowohl um die technischen und ästhetischen Implikationen dieser neuen Methode, die ich an einigen meiner Stücke versuche zu erläutern. Dabei werden Themen wie Intuition, Selbstreflexion und Struktur, das Phänomenologische der zeitgenössischen Musik sowie Zufall und seine Wahrnehmung exemplarisch aufgegriffen.

Referent: Achim Bornhöft

Montag, 3.6.2019, 20 Uhr, Capella hospitalis
Eintritt frei, Spende für den Referenten erbeten

Jour fixe März

Montag, 4.3., 20 Uhr, Capella hospitalis

Einführung

in das Konzert Stationen IV STIMMEN AUS NRW

Beatboxing-Workshop und Konzerteinführung

Der Abend beginnt mit einem Workshop des Beatboxers Stefan Gwiasda. Wie kann ausschließlich mit den Möglichkeiten der Stimme ein Schlagzeug mit seinen diversen Facetten realisiert werden? Gwiasda ist Experte und vermittelt den Besuchern erste praktische Versuche dazu. Mit Spaß und Freude. Stefan Gwiasda ist auch einer der 8 Künstler des acht-köpfigen Vokal-Ensembles, das die Cooperativa Neue Musik Bielefeld mit sieben anderen Gesellschaften für Neue Musik aus NRW in ihrer vierten Ausgabe der Konzertreihe STATIONEN zusammengestellt haben.

Neben dem Workshop gibt es eine Einführung durch Willem Schulz in das Konzertprogramm, das am 29.3. um 20 Uhr in der Rudolf-Oetker-Halle und danach in 6 weiterren Städten aufgeführt wird.
Dabei treten die unterschiedlichsten Gesangsstile in Beziehung: vom Beatboxing bis zum Operngesang über neue Musik, Performance, Jazzgesang und Improvisation. Unter der künstlerischen Leitung von Julia Mihály stehen komponierte Werke, Konzepte und Improvisationen auf dem Programm, darunter Neuschöpfungen aus dem Ensemble und von befreundeten Komponisten. Außerdem kommt ein Auftragswerk von Elnaz Seyedi zur Uraufführung, das den Mitwirkenden wie auf den Leib geschrieben wurde und damit die eigentümlichen Qualitäten der verschiedenen Stimmfächer auslotet und in Szene setzt.

Eintritt frei, Spenden erbeten

Jour fixe Februar

Als Nachklang zu der Veranstaltung 7 Stunden KLANG findet am Montag, dem 4.2. um 20 Uhr ein Jour Fixe in der Capella hospitalis in Bielefeld statt.
Sie sind eingeladen den Tag im Marta mit uns zu reflektieren.
Moderation: Angelika Höger

Jour fixe Januar

Crossover zwischen alter und neuer Musik
Mirjana Petercol

Hildegard von Bingen, eine unvergängliche Inspirationsquelle…

Mirjana Petercol, examinierte Akkordeon Konzertsolistin, Kirchenmusikerin und diplomierte Musikpädagogin, widmet sich seit Ihrem Studium des Mittelalters, intensiv dem Schaffenswerk Hildegards von Bingen.

So hat Sie Hildegards Singspiel „Ordo Virtutum“ analysiert und teilweise für das Portativ transkribiert. Gleichzeitig schuf Mirjana Petercol – die seit 2017 von Prof. Claus Kuhnel ( MUHO & Konservatorium Frankfurt) in Komposition unterrichtet wird, weitere Klaviersolostücke sowohl als Ergänzung wie auch als Kontrast zum Werk Hildegards.

Montag, 14.1.19, 20 Uhr, Capella hospitalis

Jour fixe November

In memoriam Jürgen Conrady
(Keine) Kunst nach Auschwitz!?

Kunst nach und über Auschwitz von
Paul Celan, Arnold Schönberg und Gerhard Richter
Referent: Ulrich Maske

„Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“- dieser Satz Theodor W. Adornos (aus dem Essay „Kulturkritik und Gesellschaft“ von 1951) erschütterte in den 1950er und 60er Jahren die ‚liberal-fortschrittliche‘ Kultur- und Künstlerszene in der BRD: Besonders Dichter und Schriftsteller reagierten heftig, wie etwa Paul Celan, Hans Magnus Enzensberger, Robert Gernhardt, Peter Härtling, Hans Werner Richter, Wolfdietrich Schnurre u.a. Bei allem berechtigten Streit um den Satz Adornos sind rückblickend doch – wie zu allen Zeiten – in sämtlichen Kunstgattungen bedeutende Werke geschaffen worden, sogar zum Thema Auschwitz selbst. Die wichtigsten sind: „Todesfuge“ (1944/47) von dem Dichter Paul Celan, „Ein Überlebender aus Warschau“ (1947) von dem Komponisten Arnold Schönberg und der vierteilige Bilderzyklus „Birkenau“ (2014) von dem Maler Gerhard Richter. Auch die Filme „Nacht und Nebel“ (1955) von Alain Resnais und Claude Lanzmanns über neunstündiger Film „Shoah“ (1985) sind hier zu nennen, wenn sie auch wegen ihrer Länge nur ausschnittweise herangezogen werden können bei diesem Jour fixe, – wenn überhaupt. Über die von Adorno augelöste Kontroverse soll berichtet, die genannten Kunstwerke verbal, akustisch und visuell vorgestellt werden. Der Abend ist dem Andenken Jürgen Conradys gewidmet, dem höchst kreativen Wanderer zwischen so vielen Welten!

5.November 2018, 20 Uhr in der Capella hospitalis