Jour fixe Juni

Stefan Gwiasda – Beatboxing

Bumm Tschiki Tschiki
B-t-k-b-b-t-k .. Nein, das ist kein Druckfehler. Auf diese
Art notieren auch Beatboxer ihre Rythmus Pattern.
Stefan Gwiasda ist Vocal Percusionist und gibt ein
paar Kostproben dieser eigenwilligen Stimmtechnik.
Man erfährt etwas zur Geschichte, den Pionieren, der
eigentlichen Technik und Stefans ganz persönlichen
Sicht dieser Kunstform. Außerdem wird es einen
kleinen Workshop geben in dem die Teilnehmenden
selber ihre Stimmsouds ausprobieren können. Danach
ist man in der Lage einen einfachen Rhythmus stimmlich
zu erzeugen. Grooven, wo du gehst und stehst.
Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Montag, 04.06., 20 Uhr, Capella hospitalis
Eintritt frei, Spende für den Künstler

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Jour fixe Mai

Modulare Synthesizer – von den Anfängen bis Heute

Peter Schwieger, selbst seit 1996 mit dem modularen Virus infiziert, wird über die Entstehung und Entwicklung von Modularen Synthesizern berichten. Das sind grob erklärt Klang erzeugende und Klang verarbeitende Module, die man frei miteinander verbinden kann. Die Möglichkeiten der Klanggestaltung und Verarbeitung sind dadurch unbegrenzt. Verschiedene Synthesearten wie auch der East / Westcoastkonflikt werden zur Sprache kommen. Die Reise geht von den analogen Anfängen bis zur digitalen Variante und deren Zwischenschritten. Vertreter einiger Gattungen werden vor Ort zum Ausprobieren bereitstehen. Da der Vortrag unmittelbar nach der Superbooth (Messe für Modulare Synthesizer in Berlin) stattfindet, wird er auch von den Neuerscheinungen berichten.

Geräte ausprobieren 18:00 – 20:00 Uhr
Vortrag mit Klangbeispielen 20:00 – 22:00 Uhr

Montag, 7.5., Capella hospitalis, Teutoburger Str. 50, 33604 Bielefeld
Eintritt frei, Spende erbeten

Jour fixe April

Margarete Huber

Margarete Huber, Komponistin und Sängerin aus Berlin, stellt aktuelle Kompositionen vor.
Im Zentrum steht ihre Kammeroper „Schattenlos“, die sie 2017 im Auftrag des Berliner Schloßplatztheaters komponierte.
Margarete Huber studierte an der Universität der Künste Berlin, und erhielt bereits mehrfach internationale Preise und Stipendien.
Sie komponiert Werke für Konzert, Oper und Musiktheater und nutzt dabei gleichermaßen historische und experimentelle Spieltechniken, Elektronik, Natur- und Alltagsgeräusche.
Ihre Werke wurden bereits in verschiedenen Ländern aufgeführt und erhielten begeisterte Kritiken wie „virtuos“, „klangliches Feuerwerk“, „verblüffend radikal“, „sinnlich“.
Über ihre Kammeroper wurde geschrieben: „Man staunt, was man alles so mit menschlichen Stimmen machen kann.“

Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Künstlerin wird gebeten.

Montag, den 9.4., 20 Uhr, Capella hospitalis.

Jour fixe Februar

„Sechs Verbeugungen“

so heißt das diesjährige Programm von Heisenberg-Quartett & Bernsteins Zimmer
Kraakdoos, klingende Kakteen, eine Feuerorgel das legendäre Daxophon, Mutters bestes Porzellan und historische Elektronik bilden das Instrumentarium mit dem die Gruppe Bielefelder Studenten zu Werke geht. Die Kompositionen des Abends enthalten neben den genuin musikalischen auch Elemente aus Perfomance, Fluxus, Kybernetik, Aleatorik uvm. Im Anschluss hoffen die Ausführenden auf eine rege Diskussion mit den Zuhörern.
Montag, 5.2., 20 Uhr, Capella hospitalis
Eintritt frei, Spenden erbeten

Jour fixe Januar

Hörabend im Jürgen-Conrady-Archiv

Die Cooperativa Neue Musik lädt ein zu einem Hörabend im Jürgen-Conrady-Archiv. Einzelne Musikstücke werden vorgestellt und besprochen.

Montag, 8.1., 20 Uhr, Jürgen-Conrady-Archiv, Rohrteichstr. 66a, 33602 Bielefeld
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Jour fixe Dezember

Pauline Oliveros – Der lange Weg des Hörens

Montag, 4.12., 20 Uhr, Capella hospitalis

Pauline Oliveros (1932 – 2016), Musikerin und Komponistin ist durch mehrere ihrer Lebensstationen bekannt geworden. Sie war eine frühe Protagonistin der improvisierten Musik, experimentierte mit elektronischer Musik, arbeitete am richtungsweisenden San Francisco Tape Music Center und war schließlich Mitbegründerin des Deep Listening Institutes, dem sie bis zu ihrem Tod aktiv verbunden war.
Pauline Oliveros lebte ihr Leben lang für das Hören und Zuhören.
Ein Jour fixe zu ihrem Leben mit Musikbeispielen und einer Einführung in das Deep Listening.
Gestaltet von Marcus Beuter.

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Jour fixe September

Zwischen Funktion und Freiheit: Überlegungen zur (zeitgenössischen) Kirchenmusik

Kantor Christof Pülsch referiert unter der Überschrift „Zwischen Funktion und Freiheit: Überlegungen zur (zeitgenössischen) Kirchenmusik“.

Christof Pülsch studierte ev. Kirchenmusik und Orgel in Detmold und Piteå (Schweden) und ist seit 2006 Kirchenmusiker der Zionsgemeinde Bethel. Er leitet mehrere Chöre und verantwortet an der Zionskirche neben der liturgischen Musik eine umfangreiche Konzertreihe, in deren Rahmen er auch regelmäßig als Organist konzertiert. Dabei spielt die zeitgenössische Musik eine wichtige Rolle. Im Januar 2017 veranstaltete er erstmalig das Neue-Musik-Festival FRAKZIONEN.

Mittwoch, 6.9., 20 Uhr, Capella hospitalis
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Jour fixe Juli

subversiv
Jour fixe zu den Klanginstallationen im öffentlichen Raum

Das Cooperativa Ensemble realisiert in 2017 an 3 Orten der OWL-Region Klanginstallationen im öffentlichen Raum. Deutlich unterschiedliche Orte werden über mehrere Wochen klanglich subtil verändert, um Passanten zu neuen Erfahrungen auf ihren alltäglichen Wegen zu inspirieren.

Klanginstallationen bieten die Möglichkeit über einen längeren Zeitraum Orte zu verändern, so dass diese von den Menschen neu wahrgenommen werden können.

Sie haben künstlerisch besondere Qualitäten: Kunst wird öffentlich gemacht und ist jedermann zugänglich. Die Klang-Intervention wird in einem sich ändernden akustischen Umfeld immer wieder anders erlebt: mal regnet es, mal gibt es heftigen Verkehrslärm, mal ist es still.

Die Mitglieder des Cooperativa Ensembles haben nach einer Konzeption von Willem Schulz Materialien für die Installationen eingespielt. Die Komposition für 6 Lautsprecher erstellt Marcus Beuter.

Das Konzept basiert auf unterschiedlichen Assoziationen: Düfte, Schwärme, Regen, aber auch Chaos oder Punkte und Linien sind Themen.

Das Ensemble verfügt über ein breites musikalisches Spektrum: diverse Instrumente, Gesang, Text und Elektronik bringen Klänge verschiedenster Art ein.

Die Besetzung im Einzelnen:
Edith Murasova – Stimme
Anke Züllich-Lisken – Stimme, Geige
Heidemarie Bhatti-Küppers – Text
Reinhold Westerheide – Gitarre
Stefan Kallmer – Klarinette
Willem Schulz – Cello
Gerd Lisken – Klavier
Angelika Höger – Kinetische Klangkunst
Peter Schwieger – Synthesizer, Electronics, Toys
Marcus Beuter – Laptop, Field Recordings

Im Jour fixe werden Klanginstallationen im Allgemeinen, das hier entwickelte Konzept sowie die geplanten Orte vorgestellt.
Referent: Marcus Beuter

Der Jour fixe findet am Montag, den 3.7. um 20 Uhr in der Capella hospitalis statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Teutoburger Str. 50, 33604 Bielefeld

Jour fixe Juni

am 12. Juni 2017,
um 20 Uhr in der Capella hospitalis, Eintritt frei

„Kinder! Macht Neues!“ – Wagner, der Fortschrittliche.

Ein Erfahrungsbericht von Dr. Ulrich Maske

Das Bekenntnis zur Neuen Musik und zu Wagner ruft gegenwärtig eher Stirnrunzeln, wenn nicht Kopfschütteln hervor. Das ist durchaus verständlich.

Aber bei diesem Jour fixe soll es ausschließlich um Wagner den fortschrittlichen Komponisten von Zukunftsmusik, nicht nur für seine Zeitgenossen sondern auch für das 20. Und 21. Jahrhundert, gehen. Wagner wurde zu seiner Zeit als „Zukunftsmusiker“ abqualifiziert und in Karikaturen verspottet, so dass er 1861 in seiner Schrift „Zukunftsmusik“ diesen kritisch gegen ihn gebrauchten Begriff positiv aufgriff und seine Vorstellungen davon erläuterte.

Kaum zu überschätzen ist die Bedeutung der späten Werke Beethovens für Wagners Konzeption: „Beethovens 9. Symphonie ist das menschliche Evangelium der Kunst der Zukunft, zu der er uns den künstlerischen Schlüssel geschmiedet hat“, lautet seine Lobeshymne in seinem Essay „Kunstwerk der Zukunft“ (1851).

„Tristan und Isolde“, komponiert 1856-59, wird heute übereinstimmend als Beginn der modernen Musik angesehen, besonders eklatant durch die darin „ohrenfällig“ gewordene Emanzipation der Dissonanz sowie die extreme Ausweitung der Chromatik. Seine Vorgehensweise bei der Umwälzung der musikalischen Werte lässt sich auf die Formel bringen: Freiheit von und Rücksichtslosigkeit gegenüber tradierten Theorien und Praktiken, inklusive Überschreiten selbst der eigenen Systemgrenzen. Und das nicht in wohl dosierten Tabubrüchen, sondern, wie er in „Zukunftsmusik“ sagt: „…für die entscheidende Wahl seiner Ausdrucksmittel wird den Künstler nicht eigentlich die Reflexion, sondern immer mehr ein instinktiver Trieb bestimmen“.

Der Jour fixe am 12. 6. 2017 wird eine Auswahl von Fundstücken in Wagners Werken präsentieren, die exemplarisch die bleibende Originalität seiner Idee von Zukunftsmusik bestätigen, und das kombiniert mit Beispielen von Werken des 20./21. Jahrhunderts, die direkt oder indirekt Wagners Impuls zur permanenten Revolutionierung der Musik fortsetzen.

Jour fixe April

Jour fixe 03. April 2017

1. Conradiesische Abend
Ein Hörabend mit Gerd Lisken und Edith Murasova

Dr. Jürgen Conrady, der zu seinen Lebzeiten als Mitglied der Cooperativa in ungemein lebendiger und inspirierender Weise Zusammenhänge zwischen den Künsten wie auch zwischen der Natur und den kulturellen Schöpfungen der Menschheit aufzuzeigen vermochte, hat uns eine Botschaft hinterlassen:

Hört, schaut, fühlt genau hin.
Das Entdecken der Wunder dieses Lebens erzeugt den Sinn unseres Hierseins.
Ich gehe nun weiter.

Seine reichhaltige Sammlung an CDs neuer Musik und Kunstbüchern wurde der Cooperativa von der Familie Conrady großzügig überlassen. Hierfür sind wir überaus dankbar! Edith Murasova hat in ihrem Hause in der Bielefelder Rohrteichstraße einen Raum zur Verfügung gestellt, in dem mit diesem Material ein Archiv aufgebaut wird, das allen Interessierten zugänglich sein soll. Dr. Ulrich Maske und weitere Experten arbeiten zurzeit daran, die Schätze zu ordnen und digital zu registrieren. Perspektivisch können auch zukünftige Schenkungen das Archiv erweitern. Wir sind gespannt, was sich da entwickeln wird.

Jürgen Conrady erfand für die Vorbereitung seiner Vorträge eine liebenswerte Form: in hellen Stoffbeuteln sammelte er zu dem jeweiligen Thema diverse Materialien – Bücher, CDs, Zeitungsausschnitte und seine eigenen handgeschriebenen Gedanken, Verweise und Zeichnungen – und reihte sie hängend in seinem Keller auf. Diese Beutel haben wir samt Inhalt so belassen. Sie dokumentieren den ganz besonderen, forschenden Ansatz und die vertiefenden Ergebnisse seiner oft nächtlichen Arbeit.

Die Cooperativa beginnt nun die Verwirklichung der Idee, in unregelmäßigen Abständen sog. „Conradiesische Abende“ zu veranstalten, an denen ein oder mehrere Beutel neu gesichtet oder auch weitere Themen mit spartenübergreifendem Interesse von den jeweiligen Referenten aufgegriffen werden. Ganz im Sinne von Jürgen Conrady.