Vorschau

27.10.21 Konzert: Zyklon mit Willem Schulz – TOR 6 Theaterhaus

31.10.21 Konzert des Cooperativa Ensembles – TOR 6 Theaterhaus

08.11.21 Jour fixe: Jochen Modeß, Capella hospitalis

06.12.21 Jour fixe: Duoni Liu

Zyklon – Willem Schulz

Mittwoch 27.10. 20.00 Uhr

Kreisen, drehen, wirbeln, schleudern – Willem Schulz hat im Umgang mit seinem Cello alle nur möglichen Haltungen, Formen, Bilder und Klänge entwickelt, die in der Performance »ZYKLON« dramaturgisch zusammenfließen. Aus der Stille entstehen feine, minimalistische Muster, sich unmerklich verändernd. Aufkommende Turbulenzen und tanzende Wirbel: das Cello wird zum Kreisel bis der Musiker sich selbst im Reich spektraler Obertöne leichtfüßig um die eigene Achse schwingt. Die Energie nimmt Fahrt auf, das Cello wird schließlich geschleudert. Entstehende Winde werden über Mikrofone eingefangen und verstärkt: steife Brisen, die in einen heftigen Tornado übergehen. Und mittendrin der ruhende Pol. KörperMusik par excellence.

Willem Schulz: Cello-Performance, Leon Raum: Soundmix, Matthias Pohl: Lichtdesign

Eintritt: 15,- / erm. 10,-
nur Abendkasse

Reservieren unter: info@cooperativaneuemusik.de

Jour fixe Oktober

​selbstverständlich – mit leerstellen

selbstverständlich – mit leerstellen ist eine Klanginstallation von Marcus Beuter für den öffentlichen Raum.

Jüdisches Leben ist in Deutschland seit über 1700 Jahren selbstverständlich. Es gehört zum hiesigen Kulturkreis dazu und bereichert damit die Vielschichtigkeit der Gesellschaft.

Es ist aber auch ebenso Teil der Geschichte, dass jüdisches Leben immer wieder unterdrückt wurde, dass es Gewalt gegen jüdische Gemeinden und Mitbürger gab bis hin zu dem Versuch das jüdische Leben in ganz Europa zu vernichten. Der Holocaust hat Leerstellen hinterlassen. Leerstellen, die weit über den unfassbaren Verlust jedes einzelnen Menschen hinausgehen. Leerstellen in unserer Kultur, in unserer Gesellschaft.

Die Komposition selbstverständlich – mit leerstellen basiert auf Interviews mit Mitgliedern und dem Kantor der jüdischen Gemeinde Bielefeld, sowie der Rabbinerin der jüdischen Gemeinden Unna, Köln und Oberhausen.

Zusätzlich enthält sie liturgische Gesänge und Aufnahmen des Shofar. Und letztlich noch Störgeräusche, die alle auf Aufnahmen in der Synagoge Bielefeld basieren.

Die Klanginstallation besteht in zwei Versionen. Für Innenräume wurde eine 4-Kanal-Komposition erschaffen. Das Publikum wird von den Klängen umfangen und die räumliche Verortung schafft eine stärkere Verbindung zu dem Raum, in dem die Installation zu hören ist.

Für die Außeninstallation entstand eine Stereoversion mit Pausen, so dass sie mehr wie eine Intervention wirkt.

Das Projekt wurde zum jüdischen Festjahr 2021 umgesetzt. Es entstand in enger Kooperation mit den Jüdischen Kultusgemeinden Bielefeld und Unna.

Die 4-Kanal-Installation war im Mai in der Synagoge Bielefeld und im August in der Synagoge Unna zu hören.

Im Juni war die Außeninstallation am Jahnplatz in Bielefeld gerichtet auf das ehemalige jüdische Textilkaufhaus zu hören und im September vor dem St. Bonifatius Heim, dem ehemaligen jüdischen Altenheim für Westfalen.

Ebenfalls im September wurde die Installation in der Petrikirche Versmold realisiert.

Im Jour fixe der Cooperativa Neue Musik wird die Klanginstallation vorgestellt und die Erfahrungen der Realisation werden erläutert.

Mit Marcus Beuter

Montag, 4.10., 20 Uhr, Capella hospitalis, Teutoburger Str. 50

Wo hast du all die Schönheit hergenommen?

Lieder, Klaviermusik und Lyrik

Kompositionen von Arnold Schönberg, Viktor Ullmann, Erwin Schulhoff, György Kurtág sowie Gedichte von Selma Meerbaum – Eisinger

Ein Konzertabend mit Mitgliedern des Cooperativa Ensembles – gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Edith Murašova, Mezzosopran
Djamilija Keberlinskaja – Wehmeyer, Klavier
Heidemarie Bhatti – Küppers, Rezitation

Sonntag, den 29. August 2021, 19.00h
Johanniskirche
Johanniskirchplatz 1, 33615 Bielefeld

Benefizkonzert für die Opfer der Unwetterkatastrophe

Inmitten des Elends und der Verwüstungen, die durch die Flutkatastrophe in vielen Teilen Deutschlands und auch Österreichs angerichtet wurden, befinden wir uns hier in Bielefeld wie auf einer Insel der Glückseligen. Umso mehr ist es daher ein Gebot der Stunde, dass wir alle Kräfte mobilisieren, um den Opfern der Flutkatastrophe zu helfen. Deshalb haben die Capella hospitalis zusammen mit der Cooperativa Neue Musik beschlossen, ein Benefiz-Konzert zu veranstalten, um wenigstens einen kleinen Beitrag zur Unterstützung der betroffenen Menschen zu leisten.
Das Konzert findet am Freitag, dem 30. Juli um 20.00 Uhr in der Capella hospitalis, Teutoburgerstr. 50, 33604 Bielefeld statt.

Zur Aufführung kommen Werke von Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn, Gerd Lisken, Willem Schulz, Johannes Brahms und Enrique Granados.
Es singen und spielen Mitglieder des Cooperativa Ensembles: Edith Muraśova: Gesang, Djamilija Keberlinskaja-Wehmeyer: Klavier, Willem Schulz: Cello

Um möglichst viele Personen gefahrlos einlassen zu können, bitten wir Sie um einen Schnelltest, der nicht älter ist als 48 Stunden.
Zusätzliche Sicherheit können wir Ihnen mit einem professionellen Luftreiniger bieten, der der Capella hospitalis durch das Kulturamt Bielefeld gestiftet wurde.
Das Tragen einer Atemschutzmaske ist beim Ein- und Austritt nach wie vor verpflichtend.
Bitte melden Sie sich per Email bei bhattikueppers@hotmail.com bis spätestens Donnerstag, 29.07. an, damit wir einen Platz für Sie reservieren können.

Konzert-Performance

Zwei umfangreiche Werke von Willem Schulz stehen auf dem Programm: „Haus für Tuba“ aus dem Jahre 2012 und „MASSEN“ von 2020. Gerahmt werden die beiden Werke von Blind-Date-Duos zwischen Mitgliedern der beiden Ensembles.

„Haus für Tuba“ ist ein inszeniertes und interaktives Konzert für Tuba und Ensemble, besetzt mit Flöte, Klarinette, Trompete, Klavier und Schlagwerk.
Der Musikjournalist Egbert Hiller schreibt zu dem Stück: „Schulz spielt mit der Idee von einem imaginären Raum, eben einem „Haus für Tuba“. Es sind jedoch  keine festen Mauern oder Wände zu durchdringen. Vielmehr ist das Haus selbst Klang, musikalisch und choreographisch verkörpert durch das Ensemble. Der Tubist bewegt sich darin mit seinem Instrument: auf den Spuren der Klänge, die ihn dort erwarten und auf die er reagiert.  … Der Solist betritt dieses seltsame Haus und dringt in eines der Zimmer ein. Sofort umgibt ihn eine spezielle Musik. Was macht sie mit ihm? Was löst sie in ihm aus? Wie geht er in den Dialog? Und wie lange bleibt er hier? … Solist wie Ensemble können selbstständig ‚Zimmertüren’ öffnen oder schließen, jederzeit kann die Musik eines Raumes abbrechen. Auf der Basis durchkomponierten Materials gibt es viel Spielraum für das spontane Interagieren zwischen Solist und Ensemble. …. Haus für Tuba wird somit zu einer Musik-Performance.“

Aufgeführt vom Leipziger Ensemble
Contemporary Insights

In „MASSEN“ ereignet sich das Phänomen der Massen in der Welt des Hörbaren. Zwischen dem einstimmigen Summen eines Bienenvolkes und der krachenden Meeresbrandung, zwischen der komplexen Interferenzschwingung der Klarinette und dem Donnern der Schlegel auf die Basssaiten im Innern des Flügels, zwischen der Totale des weißen Rauschens und der rasenden/oszillierenden Fluktuation springender digitaler Punkte realisiert sich ein überaus breites Spektrum an Klang. Die Komposition setzt diese Klangfelder neben- und übereinander, lässt sie anschwellen oder verschwinden, konfrontiert, kollidiert oder kulminiert. Durch Fragmentierung und Schaffung neuer Beziehungen entsteht eine künstliche musikalische Architektur, eine surreale Realität, in der zugleich die Schönheit wie die Brutalität des Massenphänomens spürbar wird.
Aufgeführt durch das Bielefelder
Cooperativa Ensemble

Sonntag, den 18.7. um 19.30 Uhr , Wilde Rose, Borgholzhausener Str. 75-79, 49324 Melle

Bitte beachten Sie, dass eine Anmeldung unter info@cooperativaneuemusik.de ebenso wie ein negativer Schnelltest erforderlich ist. Ihre Kontaktdaten werden erhoben.
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen von Musik 21 Niedersachsen und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Kammertöne

Angelika Höger entwickelte in den Galerieräumen von Artists Unlimited ein Klanglabor aus kinetischen Objekten. Sie erzeugen Töne, zeichnen Partituren und werden zu Impulsgebern für Musiker*innen des Cooperativa Ensembles.
Kammertöne
10. – 25. Juli

Öffnungszeiten
Fr 16 –19 Uhr, Sa + So 14–17 Uhr
Artists Unlimited Galerie
Eingang Innenhof, August-Schroeder-Str. 1
33602 Bielefeld

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

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Klanginstallation

Das Trio Geplante Obsoleszenz inszeniert in den Schauräumen am Kesselbrink eine ortsspezifische Klanginstallation. Sie setzt die Struktur der Räume, deren jetzigen Leerstand und die Nähe zu einem zentralen Platz der Stadt miteinander in Bezug. Aus dem Un-Ort, der Menschen vielfältig anzieht und abstößt, den Menschen im Sinn und im Gegensinn der Stadtplanung nutzen, wird ein Dritter Ort – ein Dazwischen Platz, Freiraum. Angelika Höger, Peter Schwieger und Marcus Beuter suchen Interaktionen, entwickeln Interventionen und schaffen so vielfältige Reflexionen.

Zwischen Konzert, Installation und Performance inszeniert das Trio Geplante Obsoleszenz Raum und Architektur, Idee und Historie von Orten, die im Alltag nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind.


05.-24.7
Samstags geöffnet von 11-16 Uhr, weitere Termine nach Absprache
Performance Abbau 24.7. 16 Uhr
www.geplante-obsoleszenz.eu
Eine Veranstaltung der Cooperativa Neue Musik e.V.
Gefördert durch das Kulturamt Bielefeld

Botschaften anderer Welten

Botschaften anderer Welten: Die schwedische Malerin Hilma af Klint (1864-1944) und der italienische Komponist Giacinto Scelsi (1905-1988)

in memoriam Jürgen Conrady –

Ein Jour fixe der Cooperativa Neue Musik am 5. Juli 2021, um 20.00 Uhr

in der Cappella hospitalis, Teutoburger Str. 52, in Bielefeld

Referent: Dr. Ulrich Maske

An diesem Abend soll es um zwei Künstler, eine Malerin und einen Komponisten, gehen, die beide gleichermaßen die Verbindung mit einer jenseitigen Welt als Quelle ihrer Inspiration und Kreativität nannten.

Da ist einmal die erst 70 Jahre nach ihrem Tod bekannt gewordene schwedische Malerin Hilma af Klint (1862-1944). Ausgelöst wurde ihre inzwischen weltweite Entdeckung durch die erste Einzelausstellung ihrer Werke überhaupt, 2013 im Guggenheim-Museum in New York, mit der höchsten dort je bei der Erstpräsentation einer KünstlerIn erreichten Besucherzahl von 600.000. Schon Jahre vor Kandinsky, Delaunay, Malewitsch, Albers, Twombley, dem automatischen Malen der Surrealisten u.a. hat sie abstrakt gemalt und manche von deren Stilelementen vorweggenommen. Doch wie ist sie von einer konventionellen Landschafts- und Porträtmalerin quasi über Nacht zu diesen „abstrakten“ Bildern gekommen? Eine entscheidende Rolle haben dabei sicherlich ihre lebenslangen Séancen mit Kontakten zu BotschafterInnen einer jenseitigen Welt gespielt, ihr Interesse an Theosophie und Anthroposophie sowie ihre starke Anteilnahme an den Fortschritten der damals zeitgenössischen Naturwissenschaften.

Dann handelt es sich um einen der wichtigsten Neuerer der Musik der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, den italienischen Komponisten Giacinto Scelsi (1905-87). Die Parallelen sind unübersehbar: Auch der wurde erst nach seinem Tode entdeckt, – wenn auch nicht, wie Hilma af Klint, fast 100 Jahre nach ihrer Hauptschaffenszeit, sondern knapp 30 Jahre nach Beginn seiner originalen Kompositionsweise – und ist ebenfalls erst nach jahrelangen Versuchen in konventioneller Musik Ende der 50er Jahre durch Begegnung mit fernöstlichen Meditations- und Transzendenzerfahrungen zu einer ganz eigenen neuen Musik gekommen: Er komponierte seitdem nur nachts, improvisierte in einer durch Meditations- und Yogatechniken erreichten Trance, nahm dabei seine Musik mit Tonband auf, ließ sie von einem angeheuerten Komponisten gemäß seinen Anweisungen und Korrekturen in Notenschrift umsetzen und dann in der berühmten „Schublade“ verschwinden, – mangels Nachfrage. „Ich lebe nur für die Transzendenz“ hat er einmal gesagt und gemeint, während seiner Improvisationen in Trance strömten kosmische Wellen und Rhythmen durch ihn hindurch, denen er nachspüre, sie künstlerisch konkretisiere und damit seinen Auftrag in dieser Welt erfülle.

Es wird nun darum gehen, die gemeinsame Quelle von Inspiration und künstlerischer Innovation dieser beiden singulären Vertreter ihrer Kunstsparten anhand von Quellen herauszuarbeiten, und an möglichst vielen multimedial kombinierten Beispielen aufzuzeigen.

Der Eintritt ist wie immer frei, es wird aber um eine Spende gebeten.

Wo hast du all die Schönheit hergenommen?

Lieder, Klaviermusik und Lyrik

Kompositionen von Arnold Schönberg, Viktor Ullmann, Erwin Schulhoff, György Kurtág sowie Gedichte von Selma Meerbaum – Eisinger

Ein Konzertabend mit Mitgliedern des Cooperativa Ensembles – gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Edith Murašova, Mezzosopran
Djamilija Keberlinskaja – Wehmeyer, Klavier
Heidemarie Bhatti – Küppers, Rezitation

Freitag, den 18. Juni 2021, 20.00h
Capella hospitalis
Teutoburgerstr. 50

Eintritt frei – Spenden erwünscht