Vorschau

01.10. Jour fixe: Hörabend im Jürgen-Conrady-Archiv
05.11. Jour fixe: (Keine) Kunst nach Auschwitz?! – Ulrich Maske
12.11. Konzert: Der unendliche Klang
03.12. Jour fixe: Stefan Gwiasda – Beat Boxing
02.03.2019 Konzert: „Ich habe großen Hunger nach dem Licht – Für Gerd Lisken“
29.03.2019 Konzert: Stationen IV

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Nachruf für Gerd Lisken

GERD LISKEN (1928-2018)

NACHRUF

Foto: Maria Otte

1960 kam ein junger Dozent für das Fach Musik an die Bielefelder Pädagogische Hochschule: Gerd Lisken (1928-2018). Er blieb dort bis zu seiner Pensionierung 1993, seit 1968 als Professor, „Die 33 Jahre im Hochschuldienst waren eine gute Zeit, denn meine vielseitigen Begabungen wurden gebraucht“, meinte er einmal.

Er lebte und wirkte danach weiter in Bielefeld, bis zu seinem Tod als Neunzigjähriger am 26. Mai 2018. Insgesamt also 58 erfüllte Jahre in Bielefeld! Dabei stammte er vom Niederrhein, aus Moers, wo er 1928 in eine musikalische Familie geboren wurde, aus der schon in der 4. Generation Musiker und Musikerinnen hervorgegangen waren. Ab dem 8. Lebensjahr bekam er Klavierunterricht, mit 14 Jahren kam das Cello hinzu und nach 1944 die Orgel, weil das Klavierspiel durch die kriegsbedingte Zerstörung des Elternhauses unterbrochen werden musste.

So war es keine Frage, dass Gerd Lisken 1947 an die Musikhochschule Trossingen ging, um auf Druck seines Vaters Schulmusik zu studieren („das war in der damaligen Wirtschaftslage sicher vernünftig“). 1951 wurde Trossingen geschlossen und er verlor damit auch die Aussicht auf eine Assistenz

bei seinem Kompositionslehrer, Prof. Helmut Degen, und damit auf eine eventuelle Hochschullaufbahn. In Köln setzte er dann sein Schulmusikstudium fort und unterrichtete nach seinem Examen 6 Jahre am Rethelgymnasium in Düsseldorf Musik und Religion.

Hautnah erlebte er dann an seinem neuen Wirkungsort Bielefeld die 68er-Bewegung mit, die bald von den Hochschulen auch in die Stadt überschwappte.

Er fühlte sich in seinem politischen Engagement herausgefordert und entdeckte als Komponist und Improvisator die politisch-sozialreformerische Seite seiner künstlerischen Begabung: Unvergessen sind seine Auftritte auf Demos, Sitzstreiks und Sit-Ins, wenn er Agitpropsongs, Bänkellieder, selbstgedichtete Chansons kabarettreif mit seiner wunderschönen Baritonstimme sang und sich dabei selbst begleitete.

Seine ungewöhnlich herzliche, anregende, offene, ja mitreißende Wesensart animierte unzählige seiner Studenten und privaten Klavierschüler, selbst musikalisch aktiv und kreativ zu werden, so dass heute nicht wenige in der professionellen Musikerszene zu finden sind.

Anfang der 70er Jahre entdeckte Gerd Lisken die Freie Improvisation. Lilli Friedemann aus Hamburg war damals in Deutschland eine bedeutende Geigerin, die sich vehement für die Kollektiv-Improvisation einsetzte. Hier bekam Lisken wichtige Impulse für seine Lehrtätigkeit, die das Herangehen an Musik von einer völlig neuen Seite ermöglichte. So entstand z.B. in der PH das legendäre „Chaos-Orchester“ sowie das „Vokal-Quadrat“, in dem viele Generationen von Studierenden grundlegende und neue Erfahrungen machen konnten und so manche Aktion fand dann schon mal in der U-Bahn oder im Wald statt.

Neben dem pädagogischen Ansatz entwickelte er auch den künstlerischen: vor 48 Jahren gründete er zusammen mit seiner Frau Anke Züllich-Lisken und Willem Schulz das“ Trio Dekadenz“. In unzähligen Auftritten experimentierten sie frei mit Klängen und Interaktionsformen. Was kommt aus mir heraus, wie hört sich das an, wie berühren uns Klänge, was lösen sie aus, wie formt sich aus dem Augenblick eine Musik, die stimmig und somit gut ist? Wichtige Fragen der schöpferischen Musikausübung, die das Trio neben Konzerten auch in Workshops mit jungen Musikern praktisch anging.

In den letzten 2 Jahren entstand außerdem das Trio WEGULI, in dem er mit Reinhold Westerheide und Andreas Gummersbach zwischen Bach und freier Musik virtuos neue Verbindungen suchte.

Gerd Lisken trat aber auch solistisch auf: mit unbändiger Freude operierte er am und im Flügel neben der üblichen Spielweise mit allerlei Utensilien wie Holzstäbchen, Besen, Gläsern, Kugeln, Filzschlegeln. Sirrende, ratschende, wummernde und klirrende Klänge erweiterten das Spektrum. Ebenso flossen Kinderlieder, Jazzfiguren, Minimalstrukturen, Pentatonik oder barocke Polyphonie in seine Musik ein. Gerd Lisken stand authentisch zu seiner Vielseitigkeit.

Als Komponist schuf Lisken vor allem Kammermusik und Chorwerke, die im Hans-Sikorski-Verlag veröffentlicht wurden. Für ein Chorwerk bekam er 1999 den Carl von Ossietzky – Kompositionspreis der Universität Oldenburg. Er schrieb aber auch eine große Anzahl an Liedern, die er z.B. in seinem Soloprogramm „In den alterslosen Seen“ vortrug und auf der CD „Meine Lieder“ aufnahm. Hier wird sein Interesse an ambitionierten Texten deutlich. Rose Ausländer, Inge Müller und auch er selbst erzählen von Liebe, dem Jenseits und dem großen Licht, aber auch von dem ganz normalen Irrsinn.

Letzteres hatte er in einer Tournee mit seinem alten Schulfreund Hans-Dieter Hüsch bereits auf die Spitze getrieben.

1989 gehörte er mit einer Handvoll weiterer, für moderne Musik begeisterter Bielefelder zu den Gründern des Vereins „Cooperativa Neue Musik“. Es war ihm ein Herzensanliegen, mit Rat und Tat die Musik des 20. Jahrhunderts in Bielefeld zu fördern, einige Jahre zusammen mit Anke Züllich-Lisken auch als Vorsitzende und bis zu seinem Tode als Mitglied des Programmbeirates.

Als Krönung seines musikalischen Wirkens empfand er darüber hinaus die Gründung des „Cooperativa-Ensembles“ 2015, in dem sich – je nach Programm – bis zu einem Dutzend Instrumentalisten, Sound-Artists, Sängerinnen und Sprecherinnen zusammen finden.

So wurden im Programm „Erfüllte Augenblicke“ seine Kompositionen „Aria“ und „Schmetterling“ aufgeführt. Ebenso interpretierte er das Nachtstück von Jörg Widmann oder wie bei seinem letzten Ensemble-Konzert mit „Dekadenz plus“ im November 2017 in der Kunsthalle Bielefeld „Elis“ von Heinz Holliger. Für die Uraufführung „5 Seen“ Anfang April in der Rudolf-Oetker-Halle hatte er seinen Klavierpart bereits einstudiert, konnte dann aber auf Grund seiner Erkrankung nur noch als Zuhörer teilnehmen.

Gerd Lisken war zudem ein begeisterter und unermüdlicher Hörer, der es verstand, die Musikerinnen und Musiker in ihrem jeweiligen Tun anzuerkennen und zu unterstützen. Man traf ihn in den verschiedensten Genres der Musikwelt, sei es in Symphoniekonzerten in der Oetkerhalle, in der Oper, unbedingt in jeglichen Neue-Musik-Konzerten, in Jazz-Abenden des Bunkers, in den genreübergreifenden Veranstaltungen der Capella hospitalis oder in Weltmusikkonzerten.

Für seine vielfältigen Aktivitäten und Verdienste wurde ihm 2009 der Bielefelder Kulturpreis verliehen.

Allen, die sein erfülltes Leben punktuell oder längerfristig begleiten durften, wird er ein unvergesslicher Teil ihres Lebens bleiben.

Die Trauerandacht findet am 5. Juni um 12 Uhr in der Stiftskirche in Schildesche statt.

Jour fixe März

Einführung zu Eine Lange Nacht Musik

Am Montag, dem 05.03.2018 findet um 20 Uhr im Rahmen des Jour fixe der Cooperativa Neue Musik eine Einführung in die große Bielefelder Konzertnacht unter dem Titel „Eine Lange Nacht Musik“ statt. Ort der Einführung ist die Capella hospitalis, Teutoburgerstr. 50.

In dem Jour fixe stellen Willem Schulz und Marcus Beuter ausführlich die Künstlerinnen und Künstler sowie deren einzelne Programme vor.

„Eine Lange Nacht Musik“ präsentiert am Samstag, dem 7. April von 16 – 24 Uhr in der Rudolf-Oetker-Halle 7 sehr unterschiedliche Konzerte im Spektrum der aktuellen Musik. 8 Stunden lang spielen Expertinnen und Experten der Neuen Musik in Solo-, Duo- und Ensemble-Formationen Programme von 30-40 Minuten Länge. Jeweils anschließend wird ein Publikumsgespräch angeboten, moderiert von der Textkünstlerin Anna Bella Eschengerd. Pausen zwischen den Konzerten laden ein zu Kommunikation, Entspannung, Essen und Trinken.

Zu Beginn spielt die Akkordeonistin Mirjana Petercol aus Wiesbaden die 12 Tierkreiszeichen von Karlheinz Stockhausen (1928 – 2007) im Wechsel mit 12 Sternbildern des Barockkomponisten Johann Abraham Schmierer (1661-1719).

Der bekannte Bielefelder Gitarrist und Schlagzeuger Reinhold Westerheide schließt an mit Werken für Gitarre und Zuspielbändern von Steve Reich, Mike Starobin sowie einem eigenen Werk.

Die junge Kölner Saxofonistin Fanja Raum inszeniert den Raum mit neuen Stücken für Sopran- und Altsaxofon solo diverser zeitgenössischer Komponisten wie auch mit freien Improvisationen.

Carsten Schneider aus Berlin ist Klang-Minimalist: er dekonstruiert den Deutschlandfunk und setzt ihn nach künstlerischen Gesichtspunkten penibel neu zusammen. Aus dem Atem der Sprecher eines Tages oder aus Gefahrenmeldungen eines ganzen Jahres entstehen neue Hörstücke und Klanggedichte.

„5 Seen“ für Guzheng, Sanxian, chinesischen Gesang und ein Neue-Musik-Ensemble ist eine inszenierte Raum-Komposition von Xu Fengxia und Willem Schulz, ein Auftragswerk des Landesmusikrates NRW. Die Uraufführung dieser Co-Komposition realisieren die Komponisten zusammen mit dem Cooperativa Ensemble aus Bielefeld.

Angelika Sheridan und Frank Niehusmann bilden das Kölner Projekt STROM. Mit diversen Querflöten und Live-Elektronik kreieren sie ungemein rhythmische und spektrale Klanggebilde.

Den Abschluss bildet der Berliner Pianist Jan Gerdes. Sein Thema sind „Nachtstücke“ – ein Programm mit Klaviermusik von George Crumb, Salvatore Sciarrino und Robert Schumann.

Die Lange Nacht Musik wird durch die Hanns-Bisegger-Stiftung und das Kulturamt Bielefeld gefördert.

Der Eintritt zum Jour fixe am 5. März ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Der unendliche Klang

Zu einem außergewöhnlichen Klangereignis lädt die Cooperativa Neue Musik ein. Nach einer Idee des amerikanischen Komponisten La Monte Young wird sich über den permanent erklingenden Grundklang einer tiefen Quinte eine zeitlich unbegrenzte meditative Kollektivimprovisation aller Teilnehmer entfalten, die sich an den Tönen der Quinte und deren Oktavierungen orientiert. Rhythmen sollen nur als lebendige Atemrhythmen auftauchen, jedoch nicht als metrische Gliederungen. Dieses Konzept richtet sich an Vokalisten, Streicher, Bläser, Zungeninstrumente (shruty-Boxen, Akkordeon) und an elektronische Instrumente. Natürlich sind auch Zuhörer/innen herzlich willkommen, wobei eine mögliche Meditation durch Sitzkissen oder Decken
gefördert werden könnte (bitte mitbringen).
Die Organisation liegt in den Händen von Gerd Lisken
Zeit: Montag, 19. Februar, 20 Uhr Ende offen
Ort: Thomaskirche der Christengemeinschaft
Bielefeld-Schildesche, Westerfeldstr. 46 (Ecke Erdsiek)
Straßenbahn Linie 1, Endstation Schildesche, 5 Minuten Fußweg; Apfelstr. talwärts

Mitgliederversammlung

Die alljährliche Mitgliederversammlung der Cooperativa Neue Musik findet am 9. Januar 2018 um 20.00 Uhr in der Capella hospitalis, Teutoburgerstr. 55 statt.

Als besondere Attraktion wird das Cooperativa – Ensemble eine Auswahl von Werken und Improvisationen aus verschiedenen Konzertprogrammen 2017 im Lauf der Tagesordnung einstreuen. Außerdem zeigt eine Fotodokumentation die Live-Bespielung zur Eröffnung der Klanginstallation in Lemgo.

Vernissage der Klanginstallation subversiv in Bielefeld

subversiv
Klanginstallationen am Bauzaun der Universität Bielefeld
23.11. bis 20.12. 2017
Eröffnung: Donnerstag, 23.11. 17.30 Uhr

Ab Donnerstag, den 23.11. um 17.30 Uhr wird die Klanginstallation subversiv am Bauzaun am Eingang der Universität Bielefeld zu hören sein.
Zur Eröffnung spielt das Cooperativa Ensemble live und leitet direkt in die Installation über.

Die Universität, der Haupteingang, ein Bauzaun. Klänge wehen durch die Luft, mal kaum hörbar, so dass sie das Ohr an die Hecke locken, dann wieder nehmen sie den ganzen Raum ein.

Das Cooperativa Ensemble realisiert 2017 an 3 Orten der OWL-Region Klanginstallationen im öffentlichen Raum. Deutlich unterschiedliche Orte werden über mehrere Wochen klanglich subtil verändert, um Passanten zu neuen Erfahrungen auf ihren alltäglichen Wegen zu inspirieren.
Nach eine ersten Interventionen in einer kleinen Seitenstraße in Halle/Westfalen und im Landschaftspark in Lemgo wird die Installation nun am Haupteingang der Universität Bielefeld zu hören sein.
Die Universität wird in einer Dauer von 10 Jahren umgebaut und erweitert. Begleitend soll es „Baukultur“ geben. Die Klanginstallation subversiv ist der Auftakt hierfür.

Die Mitglieder des Cooperativa Ensembles haben nach einer Konzeption von Willem Schulz Materialien für die Installationen eingespielt. Die Komposition für 6 Lautsprecher erstellte Marcus Beuter.
Das Konzept basiert auf unterschiedlichen Assoziationen, wie Düfte, Schwärme, Winde, aber auch Unbekannte Sprachen oder Punkte und Linien sind Themen.

Das Ensemble verfügt über ein breites musikalisches Spektrum: diverse Instrumente, Gesang, Text und Elektronik bringen Klänge verschiedenster Art ein.
Die Besetzung im Einzelnen:
Edith Murasova – Stimme
Anke Züllich-Lisken – Monochord
Heidemarie Bhatti-Küppers – Text
Reinhold Westerheide – Gitarre
Stefan Kallmer – Klarinette
Willem Schulz – Cello
Gerd Lisken – Klavier
Angelika Höger – Kinetische Klangkunst
Peter Schwieger – Synthesizer, Electronics, Toys
Marcus Beuter – Laptop, Field Recordings

weitere Orte:
7.8. – 4.9. Gartenstr. 6, Halle / Westfalen
10.9. – 15.10. Landschaftspark der Staff-Stiftung Lemgo

gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dem LWL, dem Landesverband Lippe, der Staff-Stiftung und der Sparkasse Bielefeld

Dekadenz Plus

In Bezug zu der Ausstellung „Der böse Expressionismus“ präsentiert das Cooperativa Ensemble ein Konzert in Quartettbesetzung: das seit 45 Jahren bestehende TRIO DEKADENZ trifft dabei auf Live-Elektronik.
Thematisch geht es immer wieder um die Befreiung von Gewohnheiten, von Zwängen und Tabus. Um die Brisanz eines radikalen subjektiven Weges. Um ein offenes Zusammenwirken. Und die Chance, im Zerfall alter Konstrukte den Nährboden für Neues zu entdecken.
Gespielt werden Stücke und Konzepte der letzten 50 Jahre von Karlheinz Stockhausen, John Cage und Heinz Holliger sowie aus der Feder der Mitwirkenden. Außerdem freie Improvisationen, Instant Composing.

DEKADENZ PLUS
Anke Züllich-Lisken – Sopran, Monochord, Violine
Gerd Lisken – Klavier
Willem Schulz – Cello
Marcus Beuter – Fieldrecordings, Live-Elektronik

Eine Kooperation der Kunsthalle mit der Cooperativa Neue Musik, gefördert von der Hanns-Bisegger-Stiftung

Montag 20.11. 18.30 Uhr
Cooperativa Ensemble Bielefeld
Kunsthalle | Artur-Ladebeck-Straße 5, 33602 Bielefeld
Eintritt: 13,- / erm. 6,50,-
VVK: Kunsthalle

Jour fixe November

Donaueschinger Musiktage 2017

Ein Bericht mit Musikbeispielen
Referent: Ulrich Maske

Die Cooperativa Neue Musik lädt herzlich zum nächsten Jour fixe am Montag, 6. November, um 20 Uhr, in die Capella hospitalis. Dort wird als Referent Dr. Ulrich Maske mit vielen Musikbeispielen von den Donaueschinger Musiktagen 2017 berichten. Das 1921 gegründete Festival für aktuelle Musik bietet an einem Wochenende in 6 Konzerten rund 20 Uraufführungen neuester Musik. Natürlich ist das eine geistige wie körperliche Herausforderung. Aber auch eine große Chance, in kompakter Form die frisch komponierten Werke von Komponistinnen und Komponisten aus aller Welt hören und sich dabei ein Bild machen zu können von den Tendenzen in der gegenwärtigen Musik. Die uraufgeführten Werke waren in diesem Jahr (für den Referenten) teilweise recht enttäuschend: Wir erleben anscheinend wieder einmal eine „Postmoderne“ – die wievielte eigentlich, seit Richard Strauss nach der „Elektra“ (1909) den „Rosenkavalier“ (1911) etc. komponierte? Manche der Stücke könnten in Bad Salzuflen mit Erfolg im Kurkonzert erklingen oder als Eintrittskarte für die Filmmusikindustrie Hollywoods gelten. Aber es gab auch einige moderne, neuartige Kompositionen zu erleben, die eher den Idealen der Avantgarde in den Gründerjahren Donaueschingens (Hindemith, Bartòk, Schönberg, Berg, Webern) entsprachen. –
Der Eintritt ist wie immer frei, um ein Spende wird gebeten.   

Jour fixe Oktober

Hörabend im Jürgen-Conrady-Archiv

Die Cooperativa Neue Musik lädt ein zu einem Hörabend im Jürgen-Conrady-Archiv. Einzelne Musikstücke werden vorgestellt und besprochen.

Montag, 2.10., 20 Uhr, Jürgen-Conrady-Archiv, Rohrteichstr. 66a, 33602 Bielefeld
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Vernissage der Klanginstallation subversiv in Halle/Westfalen

subversiv
Klanginstallationen in der Gartenstr. 6, Halle/Westfalen
7.8. bis 4.9. 2017
Eröffnung in Halle/Westfalen: Montag, 7.8. 17 Uhr

Ab Montag, den 7.8. um 17 Uhr wird die Klanginstallation subversiv in der Gartenstr. 6 in Halle/Westfalen zu hören sein.

Eine kleine Seitenstraße, eine Hecke. Klänge wehen durch die Luft, mal kaum hörbar, so dass sie das Ohr an die Hecke locken, dann wieder nehmen sie den ganzen Raum ein.

Das Cooperativa Ensemble realisiert 2017 an 3 Orten der OWL-Region Klanginstallationen im öffentlichen Raum. Deutlich unterschiedliche Orte werden über mehrere Wochen klanglich subtil verändert, um Passanten zu neuen Erfahrungen auf ihren alltäglichen Wegen zu inspirieren.

Klanginstallationen bieten die Möglichkeit über einen längeren Zeitraum Orte subtil zu verändern, so dass diese von den Menschen neu wahrgenommen werden können.

Künstlerisch haben sie besondere Qualitäten: Kunst wird öffentlich gemacht und ist jedermann zugänglich. Die Klang-Intervention wird zudem in einem sich ändernden akustischen Umfeld immer wieder anders erlebt: mal regnet es, mal gibt es starken Verkehrslärm, mal ist es still.

Die Mitglieder des Cooperativa Ensembles haben nach einer Konzeption von Willem Schulz Materialien für die Installationen eingespielt. Die Komposition für 6 Lautsprecher erstellte Marcus Beuter.

Das Konzept basiert auf unterschiedlichen Assoziationen, wie Düfte, Schwärme, Winde, aber auch Unbekannte Sprachen oder Punkte und Linien sind Themen.

Das Ensemble verfügt über ein breites musikalisches Spektrum: diverse Instrumente, Gesang, Text und Elektronik bringen Klänge verschiedenster Art ein.

Die Besetzung im Einzelnen:
Edith Murasova – Stimme
Anke Züllich-Lisken – Stimme, Geige
Heidemarie Bhatti-Küppers – Text
Reinhold Westerheide – Gitarre
Stefan Kallmer – Klarinette
Willem Schulz – Cello
Gerd Lisken – Klavier
Angelika Höger – Kinetische Klangkunst
Peter Schwieger – Synthesizer, Electronics, Toys
Marcus Beuter – Laptop, Field Recordings

Gefördert durch
Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Landesverband Lippe
Staff Stiftung