Jour fixe 2014

1. Dezember 2014
Denise Ritter
Denise Ritter ist Klangkünstlerin und Komponistin. Sie realisiert mehrkanalige elektroakustische Kompositionen in Klanginstallationen und -skulpturen, die auf Audioaufnahmen realer Klangsituationen basieren. Nach ihrem Abschluss als Diplom-Geographin studierte Denise Ritter von 2003 bis 2007 an der HBKsaar in Saarbrücken Audiovisuelle Kunst und Neue Digitale Medien u.a. bei Christina Kubisch, 2008 als deren Meisterschülerin. Für die Musique Concrète/Industrial-Stücke ihrer CD-Releases aka „Schachtanlage Gegenort“ (seit 1997) macht sie Audioaufnahmen vom Kohlebergbau und der Eisen- und Stahlindustrie in der Region Saar-Lor-Lux. Seit 2010 ist sie Vorstandsmitglied der DEGEM (Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik e.V.). Denise Ritter startete 2013 das weltweite, partizipative Klangkunstprojekt „small world wide“. Ihre Arbeit wurde mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet im Ruhrgebiet.
Weitere Informationen unter: http://www.gegenort.com


3. November 2014

Was kam nach den Vodoo-Toys?
Stan Pete, lässt die letzten 5 Jahre Revue passieren und stellt seine Musikgeräte vor, die er in dieser Zeit gebaut hat. Vorwiegend hat er sich damit beschäftigt, Licht in Töne umzuwandeln. Namen wie Rückkopplungsgenerator, singendes Gras und schreiende Blumen, lassen erahnen, dass es sich hierbei nicht um klassischer Saiten oder Tasteninstrumente handelt. Die Instrumente werden mit Licht, Schatten oder teilweise einem Fernsehbildschirm gespielt. Lumen, ein Videosynthesizer, ist so ein Gerät. Es sieht wie eine Art Stethoskop aus, mit dem man auf einem Fernsehbildschirm ein Video abtasten kann. Die “untersuchten” flackernden, blinkenden Bilder, werden dabei in Töne umgesetzt.

Der Besucher ist zum ausprobieren eingeladen (ANFASSEN IST AUSDRÜCKLICH ERWÜNSCHT). Es darf gezupft und die Taschenlampe geschwungen werden. Wer will kann auch eigenen Aufnahmen / Samples erstellen.

Von 18-20 Uhr können Geräte ausprobiert werden.
Ab 20 Uhr beginnt der Jour Fixe mit Stan Pete, kleiner Vortrag über seine Arbeiten und er stellt die Geräte im einzelnen vor.
Vortrag mit Stan Pete.

6. Oktober 2014
Viktor Ullmann
(geb. 1.Januar 1898 in Teschen; ermordet am 18. Oktober 1944 in Auschwitz)
“Der Kaiser von Atlantis” (Uraufführung 1975, Amsterdam)
Referenten Jürgen Conrady (zum Text) und Georg Krieger (zur Musik)

8. September 2014
bielefelder SCHWÄRME
Die Cooperativa Neue Musik stellt ihr Großereignis vor, das am Sonntag, den 21.9. von 15 bis 18 Uhr am Obersee stattfindet.
Referenten: Willem Schulz und Marcus Beuter

2. Juni 2014
Simon Stockhausen: Grenzenlos – ein Status Quo der elektronischen Klangerzeugung
Workshop, Vortrag, Improvisationskonzert mit Simon Stockhausen
Noch im analogen Zeitalter geboren, und im Alter von neun Jahren mit seinem ersten Hardware-Synthesizer verheiratet, hat Simon Stockhausen, der jüngste Sohn Karlheinz Stockhausens, die rasante Transformation ins digitale Zeitalter hautnah miterlebt und fühlt sich heute als Komponist und Musikelektroniker mit jeder Innovation im Bereich der Musikelektronik ein Stückchen freier und näher dran, seine klanglichen Fantasien in hörbare Klänge zu verwandeln.
Anhand einiger Live-Improvisationen, bei denen er in Echtzeit akustische Klänge mit den heutigen Möglichkeiten der elektronischen Klangerzeugung- und verfremdung transformiert und anhand der Demonstration vorproduzierter Klänge aus den zahlreichen Klangbibliotheken, die er in den letzten Jahren produziert hat sowie diverser Klangbeispiele aus seinen orchestralen Kompositionen der jüngeren Zeit, wird er dem Publikum vermitteln, warum er die heutigen Möglichkeiten der elektronischen Musik als grenzenlos und ungebrochen faszinierend empfindet. Die Zuhörer werden auch einen kleinen Einblick in verschiedene Syntheseformen bekommen, die ihn zur Zeit besonders interessieren, insbesondere die Granular-Synthese und die spektrale Resynthese.

5. Mai 2014
Cristina Maldonado – Sayat Nova
Cristina Maldonado ist eine mexikanische Choreographin und Videokünstlerin. Im Jour fixe stellt sie ihre aktuelle Zusammenarbeit mit Laureline Koenig und Marcus Beuter sowie weitere Arbeiten von sich vor.
Sayat Nova ist eine Video-Performance, die Sergei Parajanovs Film The Color of Pomegranate neu interpretiert. Live wird der Film durch visuelle Collagen, Stimmimprovisation und Live-Elektronik verfremdet und bearbeitet.
Sayat Nova ist Teil der Reihe WHAT SHE DOES von Maldonado, in der sie Filme recycelt, um visuelle Collagen in Echtzeit zu erstellen.

7. April 2014
AG Klang

Ein postfuturistisches musiktheatrales Chorprojekt über Geräusche, Gemeinschaft und Arbeit von PARADEISER productions (Münster//Hamburg)
Der Komponist, Songwriter, Musiker, Produzent und Teil der Künstlerischen Leitung von PARADEISER productions Kai Niggemann stellt das Projekt “AG Klang” vor:
1914 spielte der Futurist Luigi Russolo sein erstes Konzert mit “Geräuschtönern” (Intonarumori), infernalischen Klangmaschinen, welche die Fabrik- und Maschinengeräusche seiner Zeit in den Bühnenraum holen sollten. 2014, 100 Jahre später hat sich die Sound-Kulisse der Arbeit deutlich verändert. Mit AG Klang wollen wir den akustisch-musikalischen Charakter von Arbeit in einem musiktheatralen Chorprojekt exemplarisch in den Vordergrund stellen.
Individuum und Chor, Menschen und Maschinen, Texte und Geräusche, Beatboxen und Field-Recordings – zwischen diesen Polen entsteht ein Abend, der an unserer Beschäftigung mit der Musik der Futuristen und aktueller Klangkunst anknüpft.
Ein gemischter Chor interpretiert die Geräusche der gegenwärtigen Arbeitswelt, findet eine Umsetzung von Field-Recordings (dokumentarische Soundaufnahmen) verschiedener Arbeitsplätze, die danach fragt, wie Arbeit heute klingt. Im Anschluss an das historische Vorbild der Futuristen durch Russolos Intonarumori, suchen wir im ganz analogen Copy-Paste-Verfahren nach der Klangwelt der heutigen Arbeit und ihrer Reproduzierbarkeit durch menschliche Stimmen.
Neben der klanglichen Dimension vertritt der Chor ein wesentliches Spannungsfeld unserer Zeit: den Spagat zwischen Individuum und Gemeinschaft, dem Einzelnen und seiner Position in der Gesellschaft und der Frage nach einer zeitgenössischen Definition von Arbeit.
Die Möglichkeit, einzelne Stimmen bzw. Geräusche zu isolieren, macht es möglich, auf akustischer Ebene Arbeitsfelder neu zu kombinieren, zu vermischen und so einen neuen Sound von Arbeit herzustellen, der auf zukünftige Definitionen des Arbeitsbegriffes hinweist.
Kai Niggemann zeigt die Entstehung des Stücks, beschreibt die Ideenfindung und die Herangehensweise und den Umgang mit dem Stoff von PARADEISER productions für die kommende Produktion “AG Klang”
Als Komponist, Songwriter, Musiker und Produzent produziert er experimentelle elektronisch-akustische Musik für Projekte und Soundtracks, für Film, Theater und Tanz. Er ist Mitgründer des Theaterproduktionslabels PARADEISER productions sowie des Internet-Computermusik-Ensembles European Bridges Ensemble (EBE). Er spielt regelmäßig Live-Konzerte (solo oder mit verschiedenen Partnern, u.a. auch mit dem Sound-Kollektiv “The Dorf”) und betreibt das Musik-Label WAF80music. Weiterhin produziert er für Kurzfilme Musik und Soundtracks.

3. März 2014
Stationen II

Neue Musik aus NRW
10 – 10 – 10
Zehn MusikerInnen aus zehn Städten Nordrhein-Westfalens geben im März und April 2014 zehn Konzerte.
Eine Einführung in das Programm (bitte beachten Sie hierzu die gesonderte Ankündigung zu den Konzerten).
Referent: Marcus Beuter

3. Februar 2014
Join the dots

Video Art + Music Video
An diesem Abend möchten wir Ihnen verschiedene Arbeiten von drei Künstlern vorstellen, die sich alle mit dem Medium Video beschäftigen. Jan-Oliver Schön hat vor kurzem sein Musikstudium an der Universität Bielefeld abgeschlossen. Das Studium beinhaltete auch künstlerische Anteile. Innerhalb dieser Zeit befasste er sich u.a. mit Musique Concrète. Für seine Videokunst kombiniert er teils stark verfremdete Alltagsgeräusche mit Fotografie bzw. Video. Neben dem Studium spielte er in diversen Bands. Dort lernte er Daniel Powell kennen und startete mit ihm das Projekt ‘Scriddle’. In diesem werden Songtexte mit Hilfe von Wörtern aus Scrabble-Spielen geschrieben und vertont. Daniel Powell, gebürtiger Neuseeländer und Englischlehrer an einem Fremdspracheninstitut, schloss ursprünglich ein Kunststudium an der Elam Art School in Auckland ab. Seit seinem Studium arbeitet er mit Videos und Performances. Außerdem ist er ein Gründungsmitglied der neuseeländischen Lo-Fi Band ‘Wendyhouse’. Im Studium kam er in Kontakt zu Emit Snake-Beings, welcher ihm zu einem langjährigen Freund wurde. Von Zeit zu Zeit arbeiten Powell und Snake-Beings an Gemeinschaftsprojekten. Snake-Beings ist in Auckland vor allem für seine kreativen Kurzfilme bekannt. Jeder dieser Künstler stellt einen Punkt in dieser Jour Fixe dar. Die künstlerische Verbindung eben dieser wird im Verlauf des Abends transparent.

6. Januar 2014
“Scelsi revisited – Improvisation, Komposition, Interpretation”

Der Jour fixe wird mit vielen Musikbeispielen zunächst in einem Schnelldurchgang durch die musikalische Biographie Scelsis in die Entwicklung seiner ganz eigenen, unnachahmlichen Art, „Musik in die Welt zu setzen“, einführen. In einem zweiten Teil geht es dann um den Schaffensprozess bei Scelsi, um nicht den Begriff Komposition, den er seit ca.1950 für sich abgelehnt hat, zu benutzen. Und der letzte Teil wird sich den Aufführungsproblemen seiner Musik widmen.
Referent ist Ulrich Maske.

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