Jour fixe 2015

7. Dezember 2015
Angelika Höger – Erkundungen von Räumen, Tönen und bewegten Dingen

Angelika Höger ist bildende Künstlerin und arbeitet vor allem mit kinetischen Objekten und interaktiven Rauminstallationen.
Im Laufe vieler Jahre hat sie ein umfangreiches Archiv mit Gebrauchsgegenständen verschiedenster Art angelegt, das sie in aufwändigen Prozessen immer wieder neu arrangiert.
Längst ausgediente Plattenspieler, Föhne, Mixer oder Massagegeräte verbinden sich mit neuen Materialien und vorhanden Raumelementen zu temporären Einheiten. In einem Balanceakt zwischen Chaos und Ordnung behält das Experiment stets die Oberhand.
Bewegung, Raum und Klang spielen auch in ihren Performances eine wichtige Rolle. Seit einigen Jahren kollaboriert sie mit anderen Künstlern verschiedener Sparten um gemeinsam mit ihnen Projekte im Dialog zu entwickeln.
Im Rahmen des Jour Fixe gibt sie Einblick in ihre Arbeitsweise und stellt einige Projekte der letzten Jahre vor.
Angelika Höger lebt und arbeitet im Künstlerhaus Artists Unlimited in Bielefeld.

2. November
„Über das allmähliche Verfertigen der Klänge beim Improvisieren“ – das Ensemble Freie Musik

Das Ensemble Freie Musik lädt im Rahmen des jour fixe der Cooperativa Neue Musik Bielefeld zu einem Konzert- und Gesprächsabend unter dem Motto „Über das allmähliche Verfertigen der Klänge beim Improvisieren“ ein.
Das 1999 gegründete Ensemble arbeitet überwiegend nach dem Prinzip des Instant Composing – dem freien Zusammenspiel ohne vorherige Festlegungen und Absprachen.
Einer breiteren Öffentlichkeit ist das EFM durch ortsbezogene Klangaktionen im öffentlichen Raum bekannt, so der Aufführung in den unterirdischen Bielefelder Stadtbahnhaltestellen im Rahmen der BBK-Veranstaltung „Kunstlinie“ oder der Bespielung der Fußgängerzone Treppenstraße bei der 850-Jahr-Feier Brackwedes.
Eng verbunden ist das EFM mit dem wichtigen Ort für experimentelle Kultur und freie Musik in Bielefeld, dem Bunker Ulmenwall, in dessen Räumen es regelmäßig arbeitet und auch die öffentlichen Free ’n’ Impro-Sessions leitet.
Am 2. November wird das Ensemble Freie Musik Beispiele seine eher kammermusikalischen Spielprozesse präsentieren und Gelegenheit zum Gespräch über das Ensemble und das freie Musizieren bieten.
Aktuelle Besetzung:
Werner Schermeier, Piano
Wolfgang Röhrig, Stimme
Peter Schwieger, Electronics
Eric Pfennig, E-Bass
Marcus Beuter, Laptop
Frank Ay, Klarinette u. Saxophone
Hans W. Specht, Tenorsaxophon
Gastsängerin: Eva Maria Boehm – Stimme

5. Oktober 2015
Cooperativa Ensemble – Ins Offene – das neue Ensemble stellt sich vor

10 Aktive der Cooperativa Neue Musik haben im Herbst 2014 beschlossen, das erste Bielefelder Ensemble für Neue Musik zu gründen. Auf dem Hintergrund seines 25-jährigen Engagements für aktuelle Musik mit weit über 100 Konzerten, monatlichen Jour-fixe-Veranstaltungen, spartenübergreifenden Projekten und inzwischen 5 DIAGONALE–Festivals will der Verein sich nun auch mit einem einzigartigen Ensemble in das kulturelle Geschehen einmischen.
10 Künstler mit sehr verschiedenartigen Ansätzen, Musik neu zu suchen, bilden das Ensemble. Freie Improvisation und eigens für das Ensemble entwickelte Konzepte bilden das erste Programm.
Bei der Vorstellung stellt sich das Ensemble vor, zudem gibt es eine Einordnung in die bestehende Ensemblelandschaft mit Kurzreferaten zu anderen aktiven und früheren Ensembles für Neue Musik.
Die Ensemble-Mitglieder:
Edith Murasova – Stimme
Anke Züllich-Lisken – Stimme, Geige
Heidemarie Bhatti-Küppers – Text
Reinhold Westerheide – Gitarre
Stefan Kallmer – Klarinette
Willem Schulz – Cello
Gerd Lisken – Klavier
Angelika Höger – Kinetische Klangkunst
Peter Schwieger – Synthesizer, Electronics, Toys
Marcus Beuter – Laptop, Field Recordings

7. September 2015
Patrick Weh Weiland – Bauchlandschaften – konkrete/audiovisuelle/ Poesie

„Mit dem Verstand lässt sich nicht argumentieren, wohl aber mit dem Unverstand.“
Patrick WEH Weiland gewährt in „Bauchlandschaften“ einen Einblick in sein Werk und seine Arbeitsweise im Bereich der konkreten/audiovisuellen Poesie.
„Jeder Buchstabe ist eine ganze Sinfonie.“
Anhand von Beispielen und kleinen Erklärungen versucht er zu zeigen wie ernst Humor eigentlich ist und warum er das Naive, das Lächerliche als ur-menschlich betrachtet.
„Ein kleines ja und ein großes NEIN haben geheiratet. Es war eine wundervolle Hochzeit. Ich war zu Tränen gerührt. Alle waren Glücklich. Gleichzeitig.“

6. Juli 2015
Einführung zum World Listening Day 2015

Als Einführung zum World Listening Day, der jährlich am 18. Juli stattfindet, beschäftigt sich der Jour fixe der Cooperativa Neue Musik mit den Themen akustische Ökologie, Klanglandschaften und der Wahrnehmung von Umweltgeräuschen. Ein Vortrag mit Workshopanteilen.
Referent: Marcus Beuter

1. Juni 2015
Jho Kaufmann – Das Experiment “Neue Musik” und was ist “neu” daran

Eine persönliche Reflexion und Konferenz von Erlebnissen,
Erkenntnissen und Auswertung von Praxis und Theorie.
Die Suche nach Musik an sich in multikultureller Gesellschaft.
Mein Anfang war der Ton dem das Wort folgte und das auf
was wir zugehen.
Ton und Bild Arbeiten und Unsichtbares.

4. Mai 2015
Neue Vokalmusik im 20. und 21. Jahrhundert

Einspielungen von Ensemble – und Solowerken ausgewählter Komponisten zeigen von der textgetreuern Vertonung, zum experimentellen Ansatz, bis zum hochartifiziellen Drama die Vielschichtigkeit der Vokalmusik unserer Zeit.
Die Referentin Edith Murasova ist seit 2007 Mitglied im Vokalensemble
‘belcanto’ Frankfurt, das sich mit zahlreichen Uraufführungen
und CD-Einspielungen international profiliert hat.

13. April 2015
Marc Behrens

Marc Behrens erzählt von psychomagischen Ritualen in Norddeutschland und
Schlesien, von Schamanen und Steinschlag im entlegenen Westchina, von
Wolken aus der Sprühdose und verbotenen Tonaufnahmen.

Zudem präsentiert er:
MUT ATT NARC IMM
MUT ATT NARC IMM ist das Ergebnis eines siebenjährigen Prozesses
der Live-Performance einer über die Jahre sich langsam wandelnden
Klangfamilie – in extrem variierenden Bedingungen auf vier
Kontinenten, in Konzertsälen, alten Kirchen, neben
Krokodil-bevölkerten Wasserläufen.
Ein immersives elektroakustisches Musikstück, das Energien
zwischen Klangrepertoire, Aufführungsrahmen, anwesendem Publikum,
früheren Inkarnationen seiner Aufführungen und seines Publikums,
dem Performer selbst und dem spezifischen Zeitpunkt am Tag der
Aufführung mobilisiert.

2. März 2015
Iannis Xenakis (1922-2001) Mathematiker, Architekt, vor allem aber: Komponist Ein dunkler Kontinent der Neuen Musik

Im offiziellen Musikleben Bielefelds ist Xenakis bisher nicht erklungen. Immerhin hat die Cooperativa Neue Musik 2002 zwei Werke von ihm zur Aufführung gebracht. Sie hält es jetzt an der Zeit, diesem großen Komponisten den ihm zustehenden Rang einzuräumen. In diesem Sinne wird Dr. Ulrich Maske am 2. März 2015 in der Capella hospitalis im Rahmen der Jours fixes der Cooperativa Neue Musik einen Einführungsabend mit Fotos, Skizzen und Musikbeispielen halten. Ein Porträtkonzert mit Werken ausschließlich von Xenakis ist in Planung.
Der griechische Komponist Iannis Xenakis wurde 1922 geboren, studierte am Polytechnikum in Athen Ingenieurwesen, schloss sich 1941 dem kommunistischen Widerstand an, wurde schwer verwundet, emigrierte 1947 nach Paris, um der Todesstrafe zu entgehen. 1948-60 war er Assistent des damaligen Stararchitekten Le Corbusier. Gleichzeitig Kompositionskurse bei Olivier Messiaen. Ab 1960 frei schaffender Komponist.
In Deutschland wurde er von Konzertveranstaltern und Rundfunkanstalten lange Zeit geradezu geschnitten, und deutsche Komponistenkollegen lehnten ihn ab, weil er mathematische Methoden und Theorien für seine Arbeit mit dem musikalischen Material nutzte. Als erster Komponist überhaupt begann er schon Ende der 50er Jahre, computergestützt zu komponieren. Er hat ein umfangreiches Werk hinterlassen und wird inzwischen weltweit unter Kennern der modernen Musik als einer der bedeutendsten Komponisten der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts angesehen.

2. Februar 2015
Szenen und Instrumente für die freie Musik – Korhan Erel

Korhan Erel ist Computermusiker, Improviser und Komponist. Er stammt aus Istanbul und lebt in Berlin. Er ist einer der Väter der freien Improvisationsszene in der Türkei und zudem einer der dortigen Pioniere der improvisierten Computermusik.
In seinem Vortrag beschreibt er seinen Weg vom Personalberater hin zu einem experimentellen Computermusiker und wie er es schaffte auf diesem Weg viele Menschen mitzunehmen.

12. Januar 2015
Hörabend

Einzelne Musikstücke werden vorgestellt und besprochen.

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