Jour fixe November

Geplante Obsoleszenz
Marcus Beuter, Angelika Höger, Peter Schwieger

Zwischen Performance, Geräuschmusik und öffentlich gemachtem Experiment bewegen sich die Auftritte des Klangkunsttrios Geplante Obsoleszenz.
Gemeinsam gehen sie auf akustische Entdeckungsreise. Sie erkunden Räume, Materialien und Themengebiete. Experimentierfreude und Spontanität stehen dabei im Vordergrund.

Zur Zeit ist das Trio mit der Performance Schwellenbereiche in Ostwestfalen unterwegs. In fünf Kunstvereine werden die Räume selbst zum Klingen gebracht. Eichenbalken, Gaderobenständer, Verteilerkästen, Fußböden. Die Räume, in denen sonst Kunst gezeigt wird, werden selbst zum Kunstobjekt.
Drei der Performances haben schon stattgefunden, im November folgen noch die Bespielungen der Kunstvereine Oerlinghausen und Bielefeld.
Das Trio gibt Einblick in seine Arbeitsweise, zeigt Beispiele der bisherigen Aufführungen und lädt zur Diskussion über diese Form der Raumbespielung ein.

Geplante Obsoleszenz: Das Trio Beuter, Höger und Schwieger arbeitet seit 2009 zusammen und beschäftigt sich mit elektroakustischen Klangprojekten. Alle drei Mitwirkenden haben verschiedene künstlerische Herangehensweisen, die sich in ihrem gemeinsamen Projekt zu einem lebendigen Dialog bündeln. Infos zu aktuellen Projekten unter: www.geplante-obsoleszenz.eu

Montag, 07.11.2016, 20 Uhr
Capella hospitalis
Eintritt frei, Spenden erbeten

Das Projekt Schwellenbereiche wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.
In Kooperation mit der Cooperativa Neue Musik, dem Kunstverein Kreis Gütersloh, ARTD Driburg, Städtische Galerie Eichemüllerhaus, Kunstverein Oerlinghausen und Bielefelder Kunstverein im Waldhof

Jour fixe Oktober

Livemusik im Film
Das Trio NAMU 3 und seine improvisierte Klangwelt im Film

namu3
Seit der Gründung ihres Trios NAMU 3 im Jahr 2012 haben der belgisch-amerikanische Gitarrist Steve Gibbs, der Cellist Willem Schulz und der Perkussionist Joachim Raffel stets hoch spannende musikalische Begegnungen gesucht. So arbeiteten sie im Rahmen von Joachim Raffels Werk „Drone for La Monte Young“ bereits in der Anfangsphase der Band mit mehreren Tänzerinnen und Tänzern zusammen, gaben sogar ein Konzert zusammen mit den 100 Jahre alten industriellen Webstühlen des Tuchmacher Museums Bramsche. Musikerinnen, wie Saxofon-Shooting-Star Anna-Lena Schnabel und wie die Ausnahmevokalistin Guylaine Cosseron zählten schon zu ihren Gästen. Auch für zwei Videokünstler war das Trio mit seiner improvisierten Musik zwischen rauem Noise, Momenten zarter Lyrik und dann wiederum geradezu rituell anmutenden Klängen interessant: Helmuth Kohn (D) und Jérémy Carpenet (FR).
Mehrere Arbeiten widmeten die beiden Filmer NAMU 3. Stilistisch ganz unterschiedlich geartet zwischen Close-Up-Realismus und poetischem Epos zeichnen diese ein sehr eindrucksvolles und facettenreiches Bild der Band. Erstmals werden die Filme nun in einem speziellen Programm kombiniert mit kurzen Live-Sets von NAMU 3 vorgestellt. Die Abende, an denen Helmuth Kohn auch persönlich präsent sein wird, bieten über das visuelle wie musikalische Erlebnis hinaus die ideale Voraussetzung für eine angeregte Reflektion mit dem Publikum über die Umsetzung von Musik im Film.
Die Veranstaltung findet statt am 24.10.16 um 20 Uhr im Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94.
Der Eintritt ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Performance-Reihe Schwellenbereiche von Geplante Obsoleszenz

Zwischen September und November 2016 finden 5 Raumbespielungen in ausgewählten Kunstvereinen in Ostwestfalen/Lippe durch das Trio Geplante Obsoleszenz statt.
25.09. ARTD Driburg
06.10. Kunstverein Kreis Gütersloh
30.10. Städtische Galerie Eichenmüllerhaus
17.11. Kunstverein Oerlinghausen
24.11. Kunstverein Bielefeld
Weitere Angaben unter www.geplante-obsoleszenz.eu
gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Ensemble Hannover-Teheran

Zeitgenössische iranische Musik im Konzert

In einem einzigartigen Konzert präsentiert die Cooperativa Neue Musik vier neue Kompositionen zeitgenössischer iranischer Musik.
Die Komponisten Kiawasch Sahebnassagh, Farzia Fallah, Mehdi Jalali und Ali Gorji stehen für eine junge Generation, die gleichermaßen in der traditionellen iranischen wie auch in der zeitgenössischen Musik ausgebildet sind.
Die Instrumente Akkordeon und Tanbur – eine iranische Langhalslaute – werden um eine 4-kanalige Live-Elektronik erweitert.

Margit Kern – Akkordeon, studierte Akkordeon an der Sibelius Akademie in Helsinki. Sie konzertiert in Solo-Recitals und als Kammermusikerin.

Mehdi Jalali – Tanbur – begann 1996 sein Studium der traditionellen iranischen Musik. Er lernte Daf, Tombak, Setar, Tar und Tanbur sowie Theorie und Komposition. 2001 wurde er Mitglied in Alireza Mashayekhis „Tehran New Music Group“ und dem „Iranian Orchestra for New Music“.

Das Konzert findet am Donnerstag, den 22. September 2016 im Haus Wellensiek statt. Beginn 20 Uhr.
Eintritt auf Spendenbasis.

Gefördert vom Kulturamt Bielefeld

Jour fixe September

Die Zeitgenössische Musik im Iran, das Iran Festival in Hannover und das Konzert des Ensemble Hannover-Teheran in Bielefeld – Sharokh Khajenouri (Teheran) und Joachim Heintz (Hannover)

In Vorbereitung für das Konzert des Ensemble Hannover-Teheran am 22.9. im Haus Wellensiek wirft die Cooperativa Neue Musik einen Blick auf die zeitgenössische Musik im Iran.
Sharokh Khajenouri aus Teheran referiert über die Geschichte der zeitgenössischen Musik im Iran und deren Pioniere bis hin zu den jetzigen Aktivitäten.
Joachim Heintz von der Hannoverschen Gesellschaft für Neue Musik berichtet über das Festival Dastgah, das im September in Hannover stattfindet.
Im Jour fixe wird es auch eine kleine Einführung in das Konzert des Ensemble Hannover-Teheran geben, bei dem vier neue Stücke zeitgenössischer iranischer Komponisten aufgeführt werden.

Montag, 12. September 2016 Capella hospitalis 20:00 Uhr
Eintritt frei, Spenden erwünscht

Jour fixe Juli

Soundwalk
Ein Klangspaziergang mit Angelika Höger und Marcus Beuter

Die Geräuschmusik ist über 100 Jahre alt. Aber selten hören wir die uns umgebenden Geräusche als Musik. Soundwalks – geführte Spaziergänge zum Zuhören öffnen die Ohren für das, was wir im Alltag oft ausblenden.
Wie klingt ein Teil Bielefelds an einem Montagabend? Was hören wir, wenn wir schweigend in einer Gruppe durch die Straßen gehen? Gibt es versteckte Klänge zu entdecken? Gewöhnliche, die neu klingen?

Der Klangspaziergang startet am Montag, dem 4. Juli um 20 Uhr an der Capella hospitalis und endet dort gegen 22 Uhr. Bitte erscheinen Sie dem Wetter gemäß gekleidet.
Die Teilnahme am Soundwalk ist frei, um Spenden wird gebeten.

Jour fixe Juni

GegenKassettenWart

„Tapes sind generell nichts Besonderes. Tapes sind nie wirklich von der Bildfläche verschwunden, im Kontext von Szenen wie DIY Punk/Drone/Noise/Black Metal/Hip Hop etc. waren sie immer vorhanden bzw. ein grundlegendes Medium. Die Szenen in denen Tapes zirkulieren, sind für uns vielmehr interessant, jede von ihnen ist praktisch ein eigenes Universum für sich, aber gleichzeitig verwoben in ein Netzwerk von anderen Szenen.“ [Gravity’s Rainbow Tapes]
Das eindrucksvollste Mittel der Nachrichtenweitergabe aber sind die auf Kassette gespeicherten Reden Chomeinis. Aus den Minarett-Lautsprechern der rund 80 000 Moscheen ertönt die Stimme des „Zeichens Gottes“ und fordert zum unerbittlichen Kampf gegen den Schah auf. Bei Massenkundgebungen werden Kassettenrecorder an die Mikrophone gehalten, und wieder ist die – Stimme Chomeinis, des neuen Imam, zu hören. [Die Zeit, 5. Februar 1980]
„Tapes waren da das einzige Medium, worüber man an die meisten Veröffentlichungen herankam. Die Ost-Szene im Bereich von Punk, experimenteller und Kunst-Musik funktionierte ausschließlich nur über den Vertrieb und Tausch von Tapes, vorbei an dem damaligen staatlichen System. Die Herstellung von Tapes damals im Untergrund war von Illegalität geprägt und hat vielfach auch Repressionen nach sich gezogen.“ [Gravity’s Rainbow Tapes]
Montag, 6. Juni 2016, Capella hospitalis, 20:00 Uhr
Eintritt frei, Spenden erwünscht

TRIO WEGULI

Abenteuerliche Begegnungen zwischen improvisierter und klassischer Musik

Gerd Lisken – Piano
Andreas Gummersbach – Saxophone
Reinhold Westerheide – Gitarren, Percussion

Gerd Lisken, Bielefelder Musikprofessor im Ruhestand und im Bereich der Komposition und der freien Improvisation als Pianist seit vielen Jahren unterwegs, kam auf die Idee, seine Freunde, den Saxophonist Andreas Gummersbach und den Gitarrist / Percussionist Reinhold Westerheide, zu einer 3er-Gruppe zu laden, die sich einerseits die Künste der Improvisation erschließt, andererseits in Spannung hierzu klassische Musik spielen wird.

Nach mehreren Terminen der Annäherung ist nun ein abendfüllendes Konzept entstanden, das in freier Entscheidung beide Bereiche – die improvisierte Musik und klassische Musik in ein fruchtbares Gegen-, Mit-, und Ineinander bringen will. Die Improvisationen ähneln Gesprächen dreier neugieriger Menschen, die Spass an ungewöhnlichen und überraschenden Klängen und Entwicklungen haben und sich gern von den Kuriositäten der Anderen zu neuen musikalischen Abenteuern mitreißen lassen.
Sonntag, 8. Mai, 18 Uhr, Haus Wellensiek
Eintritt frei, Spenden erwünscht
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Jour fixe Mai

Erhard Hirt – von der Liebe zu den langen Tönen

Erhard Hirt – Gitarrist, Improvisator, Autodidakt und Bluesmusiker gibt
einen Einblick in seinen musikalischen Werdegang, sowie in seine Tätigkeiten
als Kurator und Kulturorganisator in Münster.

Montag, 2. Mai 2016 Capella hospitalis 20:00 Uhr
Eintritt frei, Spenden erwünscht

Jour fixe April

Helmut Lachenmann: musique concrète instrumental – ein ästhetisches Abenteuer
Referentinnen: Heidemarie Bhatti-Küppers und Edith Murasova

Helmut Lachenmann, der am 29.November 2015 seinen 80. Geburtstag feierte, zählt international zu den führenden Komponisten der zeitgenössischen Musik. In den langen Jahren seines Schaffens hat er nach einer neuen musikalischen Ausdrucksform gesucht, die ungewohnte Klänge und Geräusche einbezog. In seiner „Musique concrète instrumentale“ geriet der „normal“ gespielte Ton zur Ausnahme, zu einer akustischen Möglichkeit unter vielen. Der Vorstellung von Klangzauber und Glamour-Sound als den „Insignien tönender Verführung oder ästhetischen Sedativums“ misstraut Lachenmann und setzt ihr den „Klang als Nachricht von seinen Entstehungsbedingungen“ entgegen. Ähnlich wie bei manchen Aufnahmen Glenn Goulds das Anschlagsgeräusch und auch sein Atem mithörbar sind, hat Lachenmann seinerseits den Geräuschanteil der Tonproduktion thematisiert. Die mechanischen Bedingungen bei der Klangerzeugung werden Teil der Komposition. „Das Ganze“, so Lachenmann, „wird zur ästhetischen Provokation: Schönheit als verweigerte Gewohnheit.“
Neben seinem ca. 50 Kompositionen umfassenden Werk hat Lachenmann auch eine Fülle von Texten verfasst, die sehr grundlegend und radikal sind und die nicht nur Reflexionen über das Komponieren enthalten, sondern auch über das Musik-Leben und die Musikrezeption unserer Zeit.

Anhand einiger ausgewählter Musikbeispiele erläutern die beiden Referentinnen Lachenmanns „Poetik des Geräuschs“, die auf neue Horizonte des Hörens abzielt.

Montag, 4. April 2016 Capella hospitalis 20:00 Uhr
Eintritt frei, Spenden erwünscht